Linden - Ermittler in Kalifornien suchen nahe dem Städtchen Linden auf dem Gelände einer verlassenen Farm nach den Opfern einer Mordserie. Am Sonntag gruben sie menschliche Überreste aus, unter anderem Schädelteile, Kleidungsstücke, eine Handtasche und Schmuck. Die Fundstücke lagen 13 Meter tief in einem Brunnen. Insgesamt haben die Sucher bisher mehr als 300 menschliche Knochen gefunden.
Wesley Shermantine, ein verurteilter Serienmörder, hatte zuvor den Tipp gegeben, dort zu suchen. Nach Angaben des Mannes könnten sich auf dem Gelände mehr als zehn weitere Opfer befinden. Shermantine gab den Behörden laut CBS eine von Hand gezeichnete Karte.
Shermantine und sein Freund Loren Herzog waren in den neunziger Jahren als "Speed Freak Killers" bekannt geworden, weil sie wahrscheinlich unter Drogeneinfluss eine Mordserie begangen, der bis zu 15 Personen zum Opfer gefallen sein sollen. Weil die Morde in verschiedenen Bezirken verübt wurden, hatten die Behörden bis zur Festnahme Shermantines und Herzogs die Fälle nicht miteinander verknüpft.
Shermantine hat laut "Los Angeles Times" damit geprahlt, dass Herzog und er auch für Morde außerhalb Kaliforniens, etwa in Utah, verantwortlich seien. Dort soll Herzog laut Shermantine völlig willkürlich einen Mann erschossen haben, der neben seinem defekten Auto gestanden sein soll. "Sie haben quasi Menschen gejagt", sagte Privatdetektiv Rob Dick der Zeitung. Dick beschäftigt sich seit zehn Jahren mit dem Fall und führt eine Liste mit möglichen Opfern des Duos.
Der Zeitung zufolge sollen Shermantine und Herzog schon während ihrer Kindheit Tiere getötet sowie alte Minen und Brunnen in dem Gebiet erkundet haben. Laut Shermantine soll Herzog schon als Kind Orte gesucht haben, an denen sich Leichen gut verstecken lassen.
Shermantine wurde wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt, Herzog zu 77 Jahren Haft. Das Strafmaß wurde später auf 14 Jahre reduziert. 2010 kam Herzog auf Bewährung frei. Er brachte sich um, nachdem der Kopfgeldjäger ihm gesagt hatte, Shermantine werde den Ort des Brunnens sowie zwei weitere Orte den Behörden mitteilen.
Ein Sprecher des Sheriffs sagte, man gehe davon aus, dass man auf der Ranch in Linden noch einige weitere Tage suchen werde. Es sei langsame und mühselige Arbeit. Das Gelände gehörte einst Shermantines Familie.
ulz/AP
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