Tipps von Schulmädchen Wie man Verbrecher fängt

Bei ihrer Suche nach den entflohenen Schwerverbrechern aus Aachen bekam die Polizei unverhoffte Hilfe - von zwei Mädchen aus dem Ruhrgebiet. Sie versorgten die Fahnder mit nützlichen Tipps. "Polizei in Wäldern verstecken", rieten die Nachwuchskräfte. Und: "Spürhunde mitnehmen!"

AP/ Polizei Aachen

Essen - Trotz einer groß angelegten Fahndung konnte die Polizei die entflohenen Häftlinge Peter Paul Michalski und Michael Heckhoff tagelang nicht fassen - dabei bekam sie kompetente Unterstützung aus der Bevölkerung.

Zwei Mädchen im Alter von zehn und zwölf Jahren beteiligten sich intensiv an der Fahndung nach den Verbrechern. Cara und Linda - so lauten die Namen der beiden talentierten Nachwuchsfahnderinnen. In einer E-Mail an die Essener Polizei gaben die Mädchen ihre Empfehlungen ab:

  • 1. Tankstelle Polizeiauto hinstellen und beobachten (falls die zwei ein Auto dort finden und es benutzen können).
  • 2. Von der Frau, die die Geisel war, das Nummernschild und dann das Auto findig machen/Fingerabdrücke sammeln.
  • 3. Polizei in Wäldern verstecken und Spürhunde mitnehmen.

Und tatsächlich lagen die beiden mit ihren Hinweisen gar nicht so schlecht: "Wir haben es ganz ähnlich gemacht. Die Polizei hat aber noch einige zusätzliche Tricks", bekannte der Polizeisprecher mit einem Schmunzeln.

Es ging den beiden Nachwuchskräften jedoch nicht allein um Hinweise. Sie waren generell sehr interessiert am Verlauf der Fahndung. Darum nahmen sie die Polizei in ihrer E-Mail gleich selbst ins Verhör:

  • 1. Haben sie Hinweise von der Frau bekommen und wenn ja welche;
  • 2. Haben sie alles dem Radio etc. erzählt oder nur manches wenn sie nur manches erzählt haben, was fehlt;
  • 3. Kommen die beiden in ein sicheres Gefängnis oder kommen sie wider nach Aachen wenn es gelingt sie zu fangen;
  • 4. Was ist jetzt mit der Geisel geht es ihr schon besser usw.;
  • 5. Denken sie das noch mehrere beteiligt waren aus der aus Aachen;
  • 6. Kannten sich beide wenn ja kannten sie sich auch schon früher;
  • 7. wo hin meinen sie fliehen die beiden.

Sie würden sich freuen, wenn sie eine Antwort erhielten, schrieben die Mädchen zum Schluss. "Wenn wir noch fragen haben melden wir uns noch einmal". Ihr Schreiben endete dem Wunsch: "Bitte nicht auf die Rechtschreibfehler achten!!!"

Wie groß der Anteil der beiden Mädchen am Fahndungserfolg letztlich war, gab die Polizei nicht bekannt. Er ist mit Sicherheit nicht zu verachten.

hut/AP/dpa



insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
DJ Doena 30.11.2009
1.
Zitat von sysopSeit vier Tagen ist der Schwerkriminelle Peter Michalski auf der Flucht, die Polizei vermutet ihn jetzt in Bielefeld. Seine Flucht beschäftigt ganz Deutschland. Sind unsere Gefängnisse sicher genug?
Statistisch gesehen? Auf jeden Fall. Oder wie oft hört man im Jahr schon mal von einem Ausbruch bei wievielen hundertausend Insassen?
electricalengineer 30.11.2009
2. Eine Sache ist nur so sicher...
... wie ihr schwächstes Glied, im Gefängnis ist das der Mensch in Form des Strafvollzugsbeamten. Ist dieser erpressbar oder bestechlich ist das sicherste Gefängnis auch nicht sicherer wie ein einfacher Holzverschlag.
matthias schwalbe, 30.11.2009
3.
Unsere Gefängnisse sind schon sehr sicher. Der größte "Unsicherheitsfaktor" ist und bleibt aber der Mensch und zwar in allen seinen Variationen. Bei Justizminister angefangen über Richter+Staatsanwälten bis zum einfachen JVA-Beamten.
The Godfather 30.11.2009
4.
---Zitat--- die Polizei vermutet ihn jetzt in Bielefeld ---Zitatende--- Die Polizei gibt genau das bekannt, was die Presse schreiben soll. Soll sich der Flüchtige in Sicherheit wiegen? Ist er tatsächlich in Bielefeld? Läuft schon eine Fahndung in München? Tja, liebe Polizei, das wisst nur Ihr allein. Die Presse schtreibt jedenfalls fleissig Eure FakeNews
Direwolf 30.11.2009
5.
Zitat von The GodfatherDie Polizei gibt genau das bekannt, was die Presse schreiben soll. Soll sich der Flüchtige in Sicherheit wiegen? Ist er tatsächlich in Bielefeld? Läuft schon eine Fahndung in München? Tja, liebe Polizei, das wisst nur Ihr allein. Die Presse schtreibt jedenfalls fleissig Eure FakeNews
Und das ist auch gut so. Man denke mal an den wundervollen, unabhängigen und investigativen Journalismus, den wir im Zuge des Gladbecker Geiseldramas erleben durften. Und was die Frage des Sysop angeht. Ich würder sagen sie sind sicher genug. Das absolut ausbruchssichere Gefängnis gibt es nicht und die Zahl der Ausbrüche ist ja auch eher gering.
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