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31. Dezember 2012, 13:04 Uhr

Tod der vergewaltigten Studentin

Indiens Militär streicht Silvesterpartys

Der Schock in Indien sitzt tief. Nach dem Tod der brutal vergewaltigten Studentin haben zahlreiche Clubs in der Hauptstadt Neu-Delhi ihre geplanten Silvesterpartys abgesagt. Auch die indischen Militärs haben entschieden, das neue Jahr nicht zu feiern.

Neu-Delhi - In Indien ist in diesen Tagen nur wenigen Menschen zum Feiern zumute. Nach dem Tod der auf brutale Weise von sechs Männern vergewaltigten Studentin haben große Traditionsclubs in der Hauptstadt Neu-Delhi ihre geplanten Silvesterpartys abgesagt.

"Unsere Mitglieder glauben, dass es nicht der richtige Zeitpunkt für eine laute Feier ist", sagte der Vorsitzende des 7000 Mitglieder starken Vasant-Vihar-Clubs, Sudhir Mittal, am Montag. Stattdessen sollte am Abend in Gedenken an das 23-jährige Opfer eine Kerzenmahnwache abgehalten werden.

Der ähnlich große, 99 Jahre alte Gymkhana-Club strich seine traditionelle Silvesterparty ebenfalls. Dort treten zum Jahresende normalerweise Bollywood-Stars auf. Man trauere mit dem Rest des Landes um die junge Frau, die am Samstag an ihren Verletzungen gestorben war, sagte Club-Chef O.P. Malhotra. Die Mitglieder seien stattdessen eingeladen, an einer Mahnwache mit Kerzen teilzunehmen.

"Das Mindeste, das wir tun können"

Hotels und Bars fuhren ebenfalls ihr Silvesterprogramm wegen des Verbrechens an der 23-jährigen Studentin zurück. Das Fünf-Sterne-Hotel Ashoka in der Hauptstadt Neu-Delhi schloss seinen Nachtclub, im Presseclub Neu-Delhis wurden die Feierlichkeiten abgesagt. "Unsere Gedanken sind bei der Familie der Frau, die so tapfer um ihr Leben kämpfte", sagte der 34-jährige Ashish Gupta, der sich an den jüngsten Protesten gegen Gewalt gegen Frauen beteiligt hatte. "Das Mindeste, das wir tun können, ist, unseren Respekt zu zeigen und die Botschaft zu senden, dass wir ihre Trauer teilen."

Auch die indischen Militärs wollen ihre Solidarität bekunden: "Die indische Armee, Luftwaffe und Marine haben entschieden, alle geplanten Partys zum neuen Jahr abzusagen", sagte ein ranghoher Beamter des indischen Verteidigungsministeriums am Montag der Nachrichtenagentur AFP. "Sie wollen den letzten Tag des Jahres dem Opfer der Gruppenvergewaltigung widmen." Der Beamte betonte, die Absage der Feierlichkeiten sei freiwillig geschehen und nicht vom Ministerium angeordnet.

Am Montag sind erneut Tausende Aktivisten auf die Straße gegangen und fordern eine gerechte Strafe für die mutmaßlichen Täter. Auch der Bruder der 23-Jährigen meldete sich in einer indischen Zeitung zu Wort und forderte die Todesstrafe. "Der Kampf hat gerade erst begonnen. Wir wollen alle Angeklagten hängen sehen, und wir werden dafür kämpfen bis zum Ende", sagte er in der Zeitung "Indian Express" vom Montag.

Die Studentin war am 16. Dezember in einem Bus in Neu-Delhi von sechs Männern brutal vergewaltigt und misshandelt worden. Auch ihr Freund wurde schwer verletzt. Am Samstag erlag die junge Frau in einem Krankenhaus in Singapur ihren Verletzungen, am Sonntag wurde sie in Neu-Delhi eingeäschert. Die Täter sind wegen Mordes angeklagt.

cib/dpa/AFP

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