Tod eines Babys: Gericht spricht Hebamme frei

2008 starb der kleine Tony in der Uniklinik Leipzig. Die Hebamme hatte keine Schuld am Tod des Babys, hat nun das Landgericht Leipzig entschieden. Zwar habe die Frau Fehler gemacht - doch auch ohne diese wäre das Kind gestorben.

Leipzig - Knapp fünf Jahre nach dem Tod eines Babys an der Uniklinik Leipzig ist eine Hebamme in zweiter Instanz freigesprochen worden. Die Frau habe zwar 2008 vor der Geburt des kleinen Tony Fehler gemacht und Sorgfaltspflichten verletzt, urteilte das Landgericht Leipzig. Der Tod des Jungen wäre aber nicht vermieden worden, hätte die Frau diese Fehler nicht gemacht.

Die Mutter von Tony hatte in der Klinik einen Gebärmutterriss erlitten. Der Junge wurde noch mit einer Notoperation auf die Welt geholt, war aber schon hirntot. Die Eltern nahmen den Freispruch der Hebamme mit versteinerten Mienen auf. Sie hatten immer erklärt, es gehe ihnen nicht um eine besonders harte Strafe für die Frau. Sie wollten aber wissen, wer Schuld am Tod ihres Babys trägt.

Das Landgericht sah den Fall anders als das Amtsgericht Leipzig, das die Hebamme wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt hatte. Alle Beteiligten hatten gegen dieses erste Urteil Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft wollte auch einen Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung erreichen. Sie will nun eine Revision prüfen.

ulz/dpa

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