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Tod von Beata C.: Skiunfall-Gutachten belastet Althaus

Der Hergang des Skiunfalls von Thüringens Ministerpräsident Althaus ist weitgehend rekonstruiert: Nach SPIEGEL-Informationen liegt österreichischen Staatsanwälten nun ein Gutachten vor, das dem CDU-Politiker einen Fahrfehler nachweist. Er war mit einer Frau kollidiert, die an den Folgen verstarb.

Berlin/Allensbach/Erfurt - Noch ist er nicht vernehmungsfähig - aber die Aufklärung des schweren Skiunfalls von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus macht Fortschritte. Der Unfall im Skigebiet Riesneralm, bei dem der CDU-Politiker schwere Kopfverletzungen erlitt und die 41-jährige Slowakin Beata C. getötet wurde, war nach SPIEGEL-Informationen offenbar die Folge eines Fahrfehlers. Das geht aus dem technischen Gutachten hervor, das jetzt der Staatsanwaltschaft im österreichischen Leoben zugegangen ist.

Althaus droht eine Anklage wegen "fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen". Ob die entsprechenden Ermittlungen zur Eröffnung eines Hauptverfahrens führen, hängt auch noch von einem anderen Gutachten ab. Im Falle einer Anklage drohen Althaus bis zu drei Jahren Haft.

Nach Auswertung des polizeilichen Unfallberichts, des rechtsmedizinischen Befundes und einer Besichtigung des Unfallorts kommt der Sachverständige demnach zu dem Ergebnis, dass Althaus mit einer Geschwindigkeit von rund 40 Kilometern pro Stunde von der Piste "Die Sonnige" in die "Panorama"-Abfahrt eingebogen und knapp 15 Meter bergauf gefahren sei. Die Frau sei deutlich langsamer – mit etwa zehn Kilometern pro Stunde – diesen Hang hinabgefahren.

Althaus habe ein Absperrnetz, das aus Sicherheitsgründen über einen Teil der Panorama-Piste gespannt sei, umkurvt und sieben Meter dahinter die Frau in einem Winkel von etwa 90 Grad getroffen, heißt es in dem zehnseitigen Gutachten.

Zwar äußert sich der Sachverständige nicht zur Schuldfrage. Die Rekonstruktion habe aber ergeben, dass für die Frau keine Chance bestanden habe, den Unfall – etwa durch Ausweichen – zu verhindern. Die Rechtsanwälte der beteiligten Parteien, Alexander Rehrl aus Salzburg und Walter Kreissl aus Liezen, lehnten eine Stellungnahme mit dem Hinweis ab, das Gutachten sei ihnen nicht bekannt.

Der thüringische Ministerpräsident erholt sich in einer Reha-Klinik am Bodensee von den Unfallfolgen. Seinen Ärzten zufolge soll er in der ersten Märzhälfte vernehmungsfähig sein.

flo

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Dieter Althaus: Der Skiunfall und die Folgen


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