US-Bundesstaat Missouri Richterin lehnt Aufschub für Todeskandidat ab

Russell Bucklew kann nicht auf einen Aufschub seiner Todesstrafe hoffen - trotz der schweren Panne bei einer Hinrichtung im US-Bundesstaat Oklahoma. Begründung einer Richterin: Es sei nicht zu erwarten, dass Bucklew "verfassungswidrige Qualen" leiden werde.

Straftäter Russell Bucklew: Hinrichtung soll im Film festgehalten werden
AP /Missouri Department of Corrections

Straftäter Russell Bucklew: Hinrichtung soll im Film festgehalten werden


Jefferson City - Russell Bucklew hatte Im März 1996 den Lebensgefährten seiner Ex-Freundin erschossen und seine frühere Partnerin entführt und vergewaltigt. Am Mittwoch, exakt 18 Jahre und zwei Monate nach der Tat, soll der heute 45-Jährige in Bonne Terre im US-Bundesstaat Missouri mit der Giftspritze hingerichtet werden.

Auf einen Aufschub seiner Todestrafe kann Bucklew nicht hoffen. Trotz der schweren Panne bei einer Hinrichtung im US-Bundesstaat Oklahoma will eine Richterin in Missouri dem verurteilten Mörder nicht mehr Zeit geben. Es sei nicht zu erwarten, dass Bucklew "verfassungswidrige Qualen" bei der Hinrichtung erleiden werde, begründete Richterin Beth Phillips ihre Entscheidung.

Bucklews Anwälte kündigten weitere Rechtsmittel an. Sie machten geltend, dass ihr Mandant unter seltenen Gefäßtumoren im Kopf und im Hals sowie unter Kreislaufstörungen leide. Ein Arzt, der Bucklew untersuchte, kam in einem Gutachten zu dem Schluss, dass er deswegen bei der Hinrichtung ersticken könnte. Nach Einschätzung seiner Anwälte wäre das ein Verstoß gegen die US-Verfassung, die eine "grausame und ungewöhnliche Bestrafung" verbietet.

Bucklew hatte zuletzt verlangt, dass seine Hinrichtung gefilmt wird. Mögliche Qualen sollen so dokumentiert werden können. Die Anwälte des Mörders beantragten vor Gericht die Aufzeichnung der Exekution. Sie forderten auch genaue Informationen über die Zusammensetzung des Giftcocktails, der bei der Hinrichtung zum Einsatz kommen soll. Die Behörden in Missouri weigern sich bislang, Einzelheiten zu der Giftmischung zu veröffentlichen.

Bucklews Hinrichtung wäre die erste Vollstreckung der Todesstrafe in den USA seit der schweren Panne bei einer Exekution in Oklahoma. In dem Bundesstaat war die Hinrichtung von Clayton Lockett Ende April nach wenigen Minuten abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab. Der Mann wand sich anschließend im Todeskampf vor Schmerzen. Erst 43 Minuten nach Verabreichung der nicht erprobten Giftmischung erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt.

"Werden sie es wieder vermasseln?"

Der Vorfall hatte in den USA die Debatte über die Todesstrafe neu entfacht. Oklahoma setzte alle Hinrichtungen für ein halbes Jahr aus. Einer Umfrage zufolge spricht sich die Mehrheit der US-Amerikaner trotzdem für die Todesstrafe aus. Viele Befragte unterstützen jedoch Alternativen zur Giftspritze - etwa Erschießungskommandos.

Hinrichtungen seit 1976

bka/AFP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Meckerliese 20.05.2014
1. es nervt
Immer werden die armen Todeskandidaten bedauert und gehätschelt. Was ist mit deren Opfer? Hatten die nicht auch Qualen?
jonas4711 20.05.2014
2. Warum
Zitat von sysopAP /Missouri Department of CorrectionsRussell Bucklew kann nicht auf einen Aufschub seiner Todesstrafe hoffen - trotz der schweren Panne bei einer Hinrichtung im US-Bundesstaat Oklahoma. Begründung einer Richterin: Es sei nicht zu erwarten, dass Bucklew "verfassungswidrige Qualen" leiden werde. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/todeskandidat-russel-bucklew-aufschub-fuer-todesstrafe-abgelehnt-a-970368.html
nehmen die Amis nicht einfach die Guillotine und experimentieren hirnrissig herum wenn sie zu doof sind, einen anständigen Coktail zu mixen? Dieses einfach konstuierte Gerät (ratsch, bumm) hat schon vor 200 Jahren in Frankreich zur vollsten Zufriedenheit der Zuschauer funktioniert....und beschwert hat sich nach deren Gebrauch auch keiner.....ein bißchen Wasser, zu verspritzen mit dem Gartenschlauch, und die Sauerei ist weg.....
anonymous+ 20.05.2014
3. Erschiessungskommandos?
und dieses Land behauptet im 21en Jahrhundert angekommen zu sein? das ist ja schlimmer als im wilden Westen...
hanshorst79 20.05.2014
4. Bühne
Die grundsätzlich perverse und primitive Art in USA Hinrichtungen zu inszinieren ist abartig und wiederlich in China wird man gehängt oder erschossen in USA wie im Mittelalter zur schau gestellt mit Rache und foltergedanken... Das gibt es nicht in Russland ... Eklige wiederliche freunde haben sich unsere Politiker da für uns ausgesucht
StörMeinung 20.05.2014
5.
Zitat von sysopAP /Missouri Department of CorrectionsRussell Bucklew kann nicht auf einen Aufschub seiner Todesstrafe hoffen - trotz der schweren Panne bei einer Hinrichtung im US-Bundesstaat Oklahoma. Begründung einer Richterin: Es sei nicht zu erwarten, dass Bucklew "verfassungswidrige Qualen" leiden werde. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/todeskandidat-russel-bucklew-aufschub-fuer-todesstrafe-abgelehnt-a-970368.html
Natürlich nicht, schließlich sind die USA nicht Russland.
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