Erstes Interview: Schütze Zimmerman bedauert Tod von Trayvon Martin

George Zimmerman ist wegen Mordes angeklagt, er soll den schwarzen Teenager Trayvon Martin aus rassistischen Motiven erschossen haben. Nun hat sich der 28-Jährige zum ersten Mal in einem Interview zu der Tat geäußert. Erneut berief er sich dabei auf Notwehr.

George Zimmerman im April: "Ich bin kein Rassist und kein Mörder" Zur Großansicht
REUTERS/Seminole County Sheriff's Office

George Zimmerman im April: "Ich bin kein Rassist und kein Mörder"

Orlando - "Ich möchte jedem sagen - meiner Frau, meiner Familie, meinen Eltern, meiner Oma, den Martins, der Stadt Sanford und Amerika - dass mir leidtut, was geschehen ist." Das sagte George Zimmerman in seinem ersten Interview nach den tödlichen Schüssen auf den US-Teenager Trayvon Martin. Der 28-Jährige hasse es, zu wissen, dass Amerika wegen seines Handelns gespalten und polarisiert sei, sagte er dem TV-Sender Fox News. "Das bedaure ich wirklich." Die Eltern von Martin haben die Entschuldigung als unehrlich bezeichnet.

Zimmerman ist geständig, den unbewaffneten Martin bei einer Sicherheitspatrouille am 26. Februar erschossen zu haben. Er ist wegen Mordes angeklagt, die Staatsanwaltschaft wirft ihm rassistische Motive vor. Er habe zudem den Rat der Polizei missachtet, Martin nicht zu folgen.

Zimmerman beruft sich auf Notwehr - auch im aktuellen Interview wurde dies deutlich. Zudem bestritt er, Martin gefolgt zu sein. Diese Frage wird entscheidenden Einfluss auf das Urteil haben. Währende des TV-Gesprächs sagte er: "Ich glaube, es war alles Gottes Plan."

Am betreffenden Abend sei ihm der 17-jährige Martin verdächtig vorgekommen, weil er langsam durch den Regen gegangen sei. Der selbsternannte Nachbarschaftswächter Zimmerman habe deshalb die Polizei angerufen, um Martin zu melden, sagte er dem TV-Sender. Anschließend stieg er eigenen Angaben zufolge aus seinem Auto, weil er der Polizei die genaue Adresse durchgeben wollte. Martin habe sich ihm daraufhin genähert und ihm ins Gesicht geschlagen - Zimmerman sei daraufhin zu Boden gegangen und habe mehrmals um Hilfe gerufen. "Ich bin kein Rassist und kein Mörder."

Die Todesschüsse auf den schwarzen Jugendlichen hatten in den USA eine Debatte über Rassismus und Waffenrecht ausgelöst. Selbst Präsident Barack Obama hatte sich eingeschaltet.

aar/AFP/AP

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