Todesstrafe in Ohio US-Gericht erlaubt zweiten Hinrichtungsversuch

Der verurteilte Mörder Romell Broom sollte 2009 in Ohio hingerichtet werden, doch auch nach zwei Stunden wurde keine passende Vene gefunden. Nun hat ein Gericht entschieden: Ein zweiter Termin darf stattfinden.

Romell Broom
AP/Ohio Department of Rehabilitation and Correction

Romell Broom


Die Todesstrafe gegen einen verurteilten Mörder darf im US-Bundesstaat Ohio unter Umständen auch dann vollstreckt werden, wenn ein erster Exekutionsversuch gescheitert ist. Das hat das Höchste Gericht des Bundesstaates entschieden. "Zweiter Hinrichtungsversuch ist weder grausam noch eine unübliche Bestrafung", heißt die Überschrift der Gerichtsmitteilung.

Der Todeskandidat Romell Broom hatte gegen seine bevorstehende Hinrichtung geklagt. Bereits im September 2009 hatte der Staat die Strafe vollstrecken wollen. Das Personal fand aber trotz zweistündiger Suche und 18 Versuchen keine brauchbare Vene, um Broom die tödliche Medikamentenmischung zu spritzen. Sein Fall hatte international für Schlagzeilen gesorgt - und für teils heftige Kritik an den qualvollen Hinrichtungsmethoden in den USA.

Das Gericht urteilte nun, eine Vollstreckung habe nicht stattgefunden, da kein Gift injiziert worden sei. Deswegen liege auch keine Doppelbestrafung für dasselbe Verbrechen vor. Das hatten die Anwälte Brooms geltend gemacht. Er war laut Gerichtsangaben 1985 wegen Entführung, Vergewaltigung und Mordes an einer 14-Jährigen verurteilt worden.

Ohio hat seit 1976 in 53 Fällen Todesurteile vollstreckt. Momentan sitzen 145 Menschen in den Todestrakten des Staates. Seit es bei einer Exekution 2014 Probleme mit der Giftspritze gab - es dauerte mehr als eine Stunde bis der Verurteilte starb - gab es in Ohio keine Hinrichtungen mehr.

Hinrichtungen seit 1976

aar/dpa



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