Columbus - Charles Lorraine hat 1986 einen 77-jährigen Mann und dessen 80-jährige Frau erstochen. Dafür wurde der 45-Jährige im US-Bundesstaat Ohio zum Tod durch die Giftspritze verurteilt. Der Oberste Gerichtshof in den USA hat nun die Hinrichtung gestoppt. Die Richter weigerten sich am Mittwoch, die geplante Exekution zuzulassen.
Bundesgerichte hatten in Lorraines Fall zuvor entschieden, dass Ohio die Hinrichtung aufschieben müsse, weil der US-Bundesstaat häufiger zu sehr von den entsprechenden Regeln für eine Hinrichtung mit der Giftspritze abgewichen sei. Kritisiert wurde unter anderem, dass bei einer Hinrichtung im November das ärztliche Attest des Todeskandidaten nicht ausreichend überprüft worden und die Benennung der einzelnen Medikamente, die in der Giftspritze enthalten waren, nicht wie geboten erfolgt sei. Auch seien die von Behörden angekündigte Anfangszeit und das Ende bei der Verabreichung der Giftspritze geändert worden.
Ohio ist einer von 35 US-Staaten, in denen es die Todesstrafe gibt. Mit der aktuellen höchstrichterlichen Entscheidung wurde die Debatte um den umstrittenen Umgang mit den Regeln zur Anwendung der Giftspritze in dem Bundesstaat weiter angeheizt. Das jüngste Urteil des Obersten Gerichts dürfte weitere Hinrichtungen verzögern.
Lorraine versucht seit Jahren, gegen das Todesurteil Berufung einzulegen. Dabei verwies er auf eine schwierige Kindheit und schlechten rechtlichen Beistand. Der republikanische Gouverneur John Kasich lehnte das Gnadengesuch jedoch ab.
In Mississippi hingegen wurde in der Nacht ein wegen zweifachen Mordes zum Tode verurteilter Mann mit einer Giftspritze hingerichtet. Die Anwälte des 38-Jährigen waren mit ihrem Gnadengesuch vor dem Obersten Gerichtshof gescheitert. Die Anwälte hatten angeführt, ihr Mandant sei zum Zeitpunkt des Verbrechens nicht zurechnungsfähig gewesen, er sei geisteskrank. Die Richter ließen die Hinrichtung am Mittwoch aber zu.
siu/dapd/AP/Reuters
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