Todeskandidatin in Georgia Hinrichtung zum zweiten Mal in letzter Sekunde verschoben

Kelly Gissendaner soll wegen Mordes an ihrem Ehemann hingerichtet werden. Der erste Termin für ihre Exekution wurde wegen schlechten Wetters verschoben. Nun sah das Gift trüb aus.

Kelly Renee Gissendaner: Warten auf die Hinrichtung
REUTERS/ Georgia Department of Corrections

Kelly Renee Gissendaner: Warten auf die Hinrichtung


Atlanta - Kelly Renee Gissendaner wurde nun schon zwei Mal ihre angeblich letzte Mahlzeit serviert. Ursprünglich sollte sie schon am 25. Februar durch eine Giftspritze sterben. Doch wenige Stunden vorher sagte die Justizbehörde in Jackson im US-Bundesstaat Georgia den Termin ab - "wegen schlechten Wetters und damit verbundener Zeitprobleme".

Als neuer Termin war der Montag, der 2. März, festgelegt worden - und wieder wurde die Exekution kurz vorher abgesagt: Eine Sprecherin der zuständigen Behörde sagte, das Gift habe trüb ausgesehen. Ein Apotheker sei konsultiert worden und "aus Übervorsicht" habe man entschieden, die Hinrichtung zu vertagen.

Gissendaner wurde wegen des Mordes an ihrem Ehemann im Februar 1997 zum Tode verurteilt. Sie soll ihren Liebhaber für den Mord angeheuert haben, um an die Lebensversicherung ihres Mannes zu kommen. Der Liebhaber legte vor Gericht ein Geständnis ab und sagte gegen Gissendaner aus. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Gissendaner bereue die Tat zutiefst, zitiert CNN ihren Verteidiger. Sie sei eine vorbildliche Insassin geworden und ihre Hinrichtung würde vor allem für ihre zwei Kinder dramatische Konsequenzen haben.

Laut CNN ist die 47-Jährige die einzige Frau, die derzeit in Georgia auf ihre Hinrichtung wartet. Zuletzt wurde demnach vor 70 Jahren die dunkelhäutige Lena Baker hingerichtet - sie war wegen Mordes von einer Jury verurteilt worden, die ausschließlich aus Weißen bestand. Baker wurde dem Bericht zufolge Jahrzehnte später posthum begnadigt.

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vet/AP

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