Todesstrafe Mann in Texas hingerichtet

Für den Mord an zwei Angestellten eines Sandwichladens ist Terry Edwards in Texas hingerichtet worden. Nicht nur die Anwälte des 43-Jährigen sahen in den Ermittlungen und dem Verfahren gegen ihn schwere Mängel.

Terry Darnell Edwards (undatiertes Foto)
REUTERS/Texas Department of Criminal Justice

Terry Darnell Edwards (undatiertes Foto)


In Texas ist zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Mensch hingerichtet worden. Terry Darnell Edwards wurde durch eine Giftspritze in Huntsville getötet. Der Tod des 43-Jährigen sei um 22.17 Uhr am Donnerstagabend eingetreten, sagte ein Sprecher der Strafvollzugsbehörde. Edwards habe nach Verabreichung der Spritze schnell angefangen zu schnarchen. Nach etwa einer halben Minute seien keine Bewegungen mehr festzustellen gewesen.

"Ja, ich habe Frieden mit Gott geschlossen. Ich hoffe, ihr alle macht euren Frieden hiermit", sagte Edwards in seinen letzten Worten. Seine Hinrichtung war die 540. in Texas seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1973 - bei Weitem die höchste Zahl aller Bundesstaaten der USA.

Edwards war wegen Mordes an zwei Angestellten eines Sandwichladens im Juli 2002 verurteilt worden. Die Opfer waren ein Vater von sieben Kindern und Stiefkindern sowie eine zweifache Mutter. Bei der Tat waren rund 3000 Dollar erbeutet worden. Sein Komplize Kirk Edwards wurde zu einer langen Haftstrafe verurteilt und soll 2027 freikommen.

Hinrichtungen seit 1976

Zur Tatzeit stand Terry Edwards unter Bewährung; 1999 war er unter Auflagen aus der Haft entlassen worden, nachdem er ein Auto gestohlen und in Drogengeschäfte verwickelt gewesen war. Edwards hatte in dem Imbiss gearbeitet, war aber einige Wochen vor der Tat entlassen worden, weil er Geld aus der Kasse gestohlen hatte.

Die Hinrichtung war vier Stunden lang aufgeschoben worden, da der Oberste Gerichtshof der USA über Anträge von Edwards' Anwälten entschied. Sie machten geltend, in dem Fall seien juristische Verfahrensfehler gemacht worden. Dieser Argumentation folgten die Richter nicht.

Edwards' Hinrichtung war besonders umstritten, weil es erhebliche Zweifel an den Ermittlungen zur Tat gibt. Die Zeitung "Dallas Morning News" schrieb in einem Editorial am Mittwoch, die Hinrichtung solle gestoppt werden, weil zu viele Fragen offen seien. Das bedeute nicht, dass Edwards unschuldig sei. Aber es bestünden Unsicherheiten, ob die Jury in dem Fall in die Irre geführt worden sei und Edwards den Tod verdient habe, schrieb das Blatt.

Anwälte bezweifelten Schussabgabe ihres Mandanten

Edwards' Anwalt John Mills sagte, es gebe Indizien, wonach der 43-Jährige nicht die tödlichen Schüsse abgab. Edwards' früherer Anwalt habe quasi nichts getan, um sicherzustellen, dass in dem Fall ordentlich ermittelt wird und entlastende Indizien ans Tageslicht kommen. Die Staatsanwaltschaft habe Indizien und Zeugenaussagen manipuliert und unrechtmäßig Schwarze aus der Jury ausgeschlossen. Edward war schwarz.

Ein wichtiges Indiz waren Schmauchspuren. Edwards' Anwälte sagten, diese seien falsch bewertet worden. Tatsächlich zeigten die Spuren, dass ihr Mandant nicht geschossen habe.

Andere Anwälte forderten, die Hinrichtung nicht zu vollziehen, bis die Medikamente auf Wirksamkeit und Keimfreiheit untersucht worden seien. Edwards war einer von mehreren Todeskandidaten, die so argumentierten, weil die Medikamente von einer unbekannten Apotheke stammen. Texas hatte in zwei Fällen derartigen Tests zugestimmt. Edwards' Anwälte sagten, ihr Mandant verdiene denselben Schutz.

Es war die insgesamt dritte Hinrichtung in den USA in diesem Jahr. Mitte Januar war in Huntsville ein Doppelmörder hingerichtet worden, vor wenigen Tagen exekutierte Virginia einen Mann, der eine Familie umgebracht hatte.

ulz/AP/Reuters



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