Todesstrafe Mann in Florida hingerichtet, Exekutionen in Texas und Alabama gestoppt

Im US-Bundesstaat Florida ist ein verurteilter Mörder hingerichtet worden. In Texas wandelte der Gouverneur ein Todesurteil in lebenslange Haft um. Ein Gefängnis in Alabama musste eine Exekution aus Zeitnot verschieben.

Eric Scott Branch (Archivbild)
AP/Florida Department of Law Enforcement

Eric Scott Branch (Archivbild)


Der 47-jährige Eric Scott Branch ist im US-Bundesstaat Florida hingerichtet worden. Behördenangaben zufolge wurde er um 19.05 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt. Branch hatte im Jahr 1993 in Florida eine 21-jährige Frau vergewaltigt und umgebracht. Ein Gericht sah es als erwiesen an, dass er das Auto der Studentin stehlen wollte, um in seinen Heimatstaat Indiana zu fahren. Er wurde auf seinem Weg dorthin festgenommen.

Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hatte am Donnerstag einen Antrag von Branchs Anwalt abgelehnt, der die Aufhebung der Todesstrafe gefordert hatte. Kurz vor seinem Tod sagte Branch an die Gefängnismitarbeiter gewandt, dass nicht sie das Urteil vollstrecken sollten, sondern der Gouverneur des Bundesstaates, Rick Scott, sowie Floridas Generalstaatsanwältin Pam Bondi.

Texas: Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt

In Texas ist unmittelbar vor der geplanten Vollstreckung einer Todesstrafe das Urteil in lebenslange Haft umgewandelt worden. "Herr Whitaker muss den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen als Strafe für sein abscheuliches Verbrechen", sagte der Gouverneur des Bundesstaates, Greg Abbott.

Der 38-jährige Bartlett Whitaker war zum Tode verurteilt worden, weil er die Ermordung seiner ganzen Familie in Auftrag gegeben hatte. Bei der Tat im Jahr 2003 tötete ein Auftragsmörder die Mutter und den Bruder Whitakers. Sein Vater, Kent Whitaker, wurde verletzt, ebenso Bartlett selbst. Erst sieben Monate nach der Tat kam heraus, dass der brutale Raubüberfall vorgetäuscht war und es sich in Wirklichkeit um einen Auftragsmord handelte.

Kent Whitaker, ein gläubiger Christ, verzieh seinem Sohn und setzte sich jahrelang für eine Aufhebung des Todesurteils ein, um nicht auch noch sein letztes Familienmitglied zu verlieren.

Hinrichtungen seit 1976

Für den republikanischen Gouverneur Abbott war es das erste Mal, dass er ein Todesurteil aufhob. Er begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass der Auftragsmörder im Gegensatz zu Bartlett Whitaker nicht die Todesstrafe erhalten habe. Zudem lehne der Vater die Hinrichtung seines Sohnes leidenschaftlich ab. "Herr Whitakers Vater beharrt darauf, dass er erneut zum Opfer würde, wenn der Staat sein letztes verbleibendes Familienmitglied tötet."

Alabama: Hinrichtung aus Zeitgründen verschoben

Am Donnerstag sollte in den USA noch ein weiterer Mann hingerichtet werden: In Alabama hätte das Todesurteil gegen Doyle Hamm vollstreckt werden sollen. Doch die Behörden verschoben die Exekution.

Hamm hätte um 18 Uhr sterben sollen. Der Supreme Court befasste sich mit dem Einspruch eines Anwalts und entschied erst gegen 21 Uhr, dass mit der Prozedur fortgefahren werden dürfe. Aus dem Gefängnis hieß es dann allerdings, es sei nicht mehr genug Zeit, um Hamm für eine Exekution vor Mitternacht vorzubereiten.

Hamm war 1987 wegen der Ermordung eines Motel-Angestellten verurteilt worden. Er ist schwer krebskrank. Seine Anwälte argumentieren, dass seine Hinrichtung durch eine Giftspritze Folter gleichkäme.

Video: Dokumentation über texanischen Todeskandidaten Blaine Milam

ZDFE

aar/AP



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