Tödliche Attacke am Alexanderplatz: Türkei ermittelt gegen Hauptverdächtigen

Der Hauptverdächtige der tödlichen Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz wird nicht nach Deutschland ausgeliefert. Allerdings hat nun die türkische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Amateurboxer eingeleitet.

Berlin - Knapp ein halbes Jahr nach der tödlichen Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz ermittelt nun die türkische Justiz gegen den Hauptverdächtigen Onur U. Das teilte die Berliner Justizverwaltung mit.

Der 19-Jährige war kurz nach der Tat in die Türkei geflüchtet. Nach monatelangem Tauziehen steht laut Justizverwaltung nun fest, dass U. nicht nach Deutschland ausgeliefert wird, weil er neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch die türkische besitze.

Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) sagte laut Mitteilung: "Dass die Türkei nun ein eigenes Strafverfahren startet, begrüße ich sehr."

Onur U. wird von den anderen mutmaßlichen Tätern eine tragende Rolle bei dem tödlichen Angriff auf Jonny K. zugeschrieben. Der 20-Jährige war im Oktober 2012 nahe dem Alexanderplatz so brutal zusammengeschlagen worden, dass er wenig später an Gehirnblutungen starb. Fünf Verdächtige haben sich - teilweise nach langer Flucht - der deutschen Justiz gestellt, vier von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Der Prozess soll im Mai beginnen.

hut/dpa

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