Tödlicher Angriff in Solln Notrufsäule am Münchner S-Bahnhof war außer Betrieb

Neue Details zum Tatort der tödlichen Prügelattacke in München: Die Notrufsäule, die seit fünf Jahren an dem S-Bahnhof steht, ist nie funktionstüchtig gewesen. Das hat die Deutsche Bahn bestätigt - und eingeräumt, Gleiches gelte für 20 weitere Bahnhöfe.


München - Die Notrufsäule am Münchner S-Bahnhof Solln, auf dem am Samstag der Geschäftsmann Dominik B. von zwei Jugendlichen getötet wurde, ist seit ihrem Aufbau vor fünf Jahren nicht funktionstüchtig. Dies bestätigte die Deutsche Bahn der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag.

Dem Bericht zufolge macht eine Bahn-Sprecherin den privaten Mitnutzer der Bahnanlagen, die Bayerische Oberlandbahn (BOB), dafür verantwortlich. Demnach soll die BOB die Säule ohne Absprache mit der DB illegal aufgebaut haben.

BOB-Chef Heino Seeger entgegnete, sein Unternehmen sei vertraglich verpflichtet gewesen, die Säulen aufzubauen. Doch wegen technischer Probleme und weil sich die Bahn in Vertragsverhandlungen so "unfreundlich" gezeigt habe, sei die Säule vor etwa fünf Jahren zwar angeschlossen, aber nicht eingeschaltet worden. "Wenn es nach uns ginge, wäre sie schon seit Jahren im Einsatz." Bahn und BOB räumten ein, dass die Notrufanlagen an rund 20 weiteren Bahnhöfen nicht funktionieren, die von der BOB angefahren werden.

Zwei 17 und 18 Jahre alte Jugendliche hatten B. am Samstag durch Tritte und Schläge so schwer verletzt, dass er kurz darauf starb. Er hatte sich schützend vor vier 13- bis 15-Jährige gestellt, von denen die zwei Angreifer Geld erpressen wollten. Am Mittwochabend nahmen rund 500 Menschen in der Nähe des Orts der Attacke von dem Opfer Abschied und würdigten seine Zivilcourage an jenem Tag.

can/AFP

Forum - Was tun gegen Schläger?
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Mexdus 13.09.2009
1.
Ich finde, dass man endlich solche Vorfälle hart bestrafen soll. Es kann doch nicht angehen, dass Menschen, die anderen Helfen und Zivilcourage beweisen mit dem Leben dafür bezahlen. Dabei haben die Jugendlichen auch andere jüngere versucht um Geld zu Erpressen. Die Jugendlichen haben dann den Herren einfach aus reiner Rache so schwer verletzt, dass sie seinen Tod billigend in Kauf nahmen. Wenn es nach mir gehen würde - Lebenslänglich für beide.
WarumDenn 13.09.2009
2. Sofern die bisherigen
Informationen stimmen. Maximales Strafmass ausnutzen, ohne vorherige Entlassung. Jegliches Treten und Schlagen auf einen auf dem Boden liegenden ist in meinen Augen ein Mordversuch und sollte auch so angeklagt werden. Eine Frage stellt sich mir aber auch. Was haben die 4 Jugendlichen gemacht, die ursprünglich die Opfer waren?
Diomedes 13.09.2009
3. Mediale Begrifflichkeiten...
Nun ja, vielleicht mag ich ein wenig altmodisch sein, aber: Ein Schläger ist jemand, der entweder bewußt Streit sucht oder von jemanden bezahlt wird, um einen anderen zu verprügeln, aber kriminelle Subjekte, die in Transportmittel einsteigen und unter Gewaltandrohung Geld von den Fahrgästen fordern, sind Räuber und dass per Definition des lieben Strafgesetzbuches (§ 249): "Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft." – dies sollte man in solchen Berichten nicht durch das Wort Schläger verharmlosen!
Mebi Flemus, 13.09.2009
4. Tatort München
Zitat von sysopDer tödliche Übergriff in München entfacht eine neue Debatte über die Sicherheit vor Schlägern - was ist das richtige Mittel?
Mittel ? Schnellverfahren und ab die Post. Alle 3 für 15 Jahre. Das ist so beschämend. Auf frischer Tat ertappt. Schweigen zum Vorfall. Keine Reue. RUF NACH ANWALT. Dieser ist der Meinung, weiter schweigen. Die Eltern, Unfähigkeit Menschen zu erziehen. Armes Bayern. Armes Deutschland. Deshalb mach ich eine Patientenverfügung. Bin Im Alter der Angriffsziele der Jugend. Da möchte ich nach so einer Attacke nicht weiter Leben. Der Prozeß würde mich ausrasten lassen.
Mebi Flemus, 13.09.2009
5. Sofern die bisherigen
Zitat von WarumDennInformationen stimmen. Maximales Strafmass ausnutzen, ohne vorherige Entlassung. Jegliches Treten und Schlagen auf einen auf dem Boden liegenden ist in meinen Augen ein Mordversuch und sollte auch so angeklagt werden. Eine Frage stellt sich mir aber auch. Was haben die 4 Jugendlichen gemacht, die ursprünglich die Opfer waren?
Welch eine Frage ? Ich glaub in dem Alter wäre ich mit Gänsehaut schnellstens weggerannt. Die Täter haben Erwachsenen getötet. Bestimmt wäre der gut gemeinte Rat (des leider nun toten), auszusteigen, von den Tätern zum Kindermord ausgenützt worden. Die Frage ist aber trotzdem sehr gut. Die Psyche der Kinder ist angeschlagen. Das muß betreut werden.
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