Tödlicher Einsatz Münchner Polizist erschießt 49-Jährige

Ein Polizist hat bei einem Einsatz in einem Münchner Mietshaus eine Frau mit seiner Waffe schwer verletzt, sie starb wenig später in der Klinik. Die genauen Hintergründe sind noch unklar, offenbar handelte der Mann in Notwehr - er wurde von der 49-Jährigen mit einem Messer bedroht.

Notwehr: In diesem Haus in München hat ein Polizist eine Frau erschossen
dapd

Notwehr: In diesem Haus in München hat ein Polizist eine Frau erschossen


München - Der Beamte sei am Donnerstag gegen 20.50 Uhr in ein mehrstöckiges Mietshaus im südwestlichen Stadtteil Großhadern in München gerufen worden. Das berichtete das Polizeipräsidium München am Freitagmorgen. Dort habe ihn die 49 Jahre alte Frau mit einem Messer bedroht. Der Polizist habe sich zunächst mit Pfefferspray zu verteidigen versucht. Davon zeigte sich die Frau unbeeindruckt, er zog dann seine Dienstwaffe und feuerte. "Er hat nur einen Schuss abgegeben", sagte Pressesprecherin Claudia Haas. Die schwer verletzte Frau sei in eine Klinik gebracht worden und dort später gestorben.

Über weitere Details der Tat machte die Polizei in der Nacht zunächst keine genaueren Angaben. Auch der Grund des Einsatzes blieb vorerst unklar. In einer knappen Pressemitteilung hieß es, die Polizei sei "wegen eines Bedrohungssachverhalts" zum Einsatzort gerufen worden. Die Polizei will am Freitagmittag während einer Pressekonferenz nähere Angaben machen. "Vorher kann ich zu Detailfragen keine Auskunft geben", sagte die Sprecherin. Der Beamte arbeitet in der Polizeiinspektion 41 in München-Laim.

In der Regel läuft gegen Polizisten, die im Dienst schießen müssen, ein obligatorisches Strafverfahren. Die Beamten müssen ihre Waffe abgeben und werden auf Schmauchspuren untersucht. Sie gelten dann als Beschuldigter in einem Strafverfahren, bis ihre Unschuld - oder Schuld - bewiesen ist. Sprecherin Haas wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf die Staatsanwaltschaft.

In Deutschland schießen Polizisten im Einsatz im Schnitt beinahe jede Woche auf Menschen. Nach Angaben der einzelnen Bundesländer haben Beamte in den Jahren von 1998 bis einschließlich 2009 deutschlandweit 547 Mal gezielt auf Menschen geschossen. Dabei gab es 87 Tote und 309 Verletzte. In den meisten Fällen schießen Polizisten aus Notwehr.

rom/dpa



insgesamt 294 Beiträge
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Seite 1
README.TXT 31.12.2010
1. Äh hatten wir sowas nicht erst vor kurzem?
Student mit Messer durchsiebt von Polizisten, war das nicht auch in Bayern?
Gegengleich 31.12.2010
2. Abwarten!
Zitat von README.TXTStudent mit Messer durchsiebt von Polizisten, war das nicht auch in Bayern?
Es war nicht nur in Bayern. Es war zurecht! Und bevor Sie wieder Verdächtigungen äußern, warten Sie die Einzelheiten ab!
Ready, 31.12.2010
3. .
mich würde mal interessieren, was am alter der dame so essentiell ist, dass sie im artikel nur "die 49-jährige" genannt wird???
maumi. 31.12.2010
4. durchsiebt?
Zitat von README.TXTStudent mit Messer durchsiebt von Polizisten, war das nicht auch in Bayern?
Wo bitteschön ist in dem Artikel von "durchsiebt" die Rede? Muss sich in ihren Augen ein Polizist erst aufschlitzen lassen, bevor er seine Schußwaffe einsetzen darf? Fragen über Fragen ...
Asirdahan 31.12.2010
5. Ausbildung
Wie sieht eigentlich die Ausbildung eines Polizisten aus, der sich nicht gegen eine Frau mit Messer wehren kann, ohne sie zu erschießen? Wenn Pfefferspray die einzige Möglichkeit ist, finde ich das schlimm. Nicht nur für das erschossene Opfer, auch für den Polizisten selbst.
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