Tödlicher Polizeieinsatz Erschossene Frau in München war psychisch krank

War es legitime Notwehr oder doch eine Überreaktion? In München hat ein Polizist mit der Dienstwaffe eine Frau in ihrer Wohnung tödlich verletzt. Die 49-Jährige, die früher psychiatrisch behandelt wurde, soll die Ermordung ihrer Tochter angekündigt und den Beamten bedroht haben.

Tatort München: Ein Beamter bei der Spurensicherung
DPA

Tatort München: Ein Beamter bei der Spurensicherung


München - Drama in München: Vermutlich in Notwehr hat ein 26-jähriger Polizist am Donnerstagabend in München eine psychisch kranke 49-jährige Frau erschossen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurde der Schütze bei dem Einsatz in einer Wohnung im Stadtteil Großhadern von der Frau mit einem Küchenmesser bedroht. Ein Mitarbeiter einer psychiatrischen Einrichtung habe zuvor telefonisch Alarm geschlagen. Die Frau - eine ehemalige Patientin - habe telefonisch glaubhaft angekündigt, ihre 24 Jahre alte Tochter umbringen zu wollen.

Die Staatsanwaltschaft München I ging am Freitag unter Vorbehalt und angesichts der noch laufenden Ermittlungen davon aus, dass sich der Polizist in Lebensgefahr sah, als er den Schuss abgab. Eine endgültige Bewertung könne aber noch nicht abgegeben werden, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger. Nach Angaben eines Polizeisprechers wird der Beamte vorerst regulär im Dienst bleiben.

Pfefferspray zeigt keine Wirkung

Nach Polizeiangaben hatte die 49-Jährige den zwei alarmierten Streifenbeamten die Tür zu ihrer Wohnung nicht geöffnet. Daraufhin ließ sich der Polizeiobermeister mit Hilfe einer Feuerwehrdrehleiter auf den Balkon der Wohnung im zweiten Obergeschoss heben, während ein Kollege die Eingangstür sicherte. Laut Polizei reagierte die zu diesem Zeitpunkt auf dem Sofa sitzende Frau weder auf Zurufe vom Balkon noch auf das Klingeln.

Als der Beamte mit einer Axt eine Fensterscheibe einschlug und in die Wohnung eindrang, habe sich die Frau erhoben, und sich mit einem Küchenmesser in der Hand dem Polizisten genähert. Mehrmalige Aufforderungen, die Waffe wegzulegen, habe die Frau ignoriert. Auch der Einsatz von Pfefferspray zeigte laut Polizei keine Wirkung. Die Gründe dafür sind allerdings noch nicht bekannt.

Schließlich gab der Beamte nach einer Warnung einen Schuss aus seiner Dienstwaffe auf die Frau ab. Dieser traf die 49-Jährige ersten Obduktionsergebnissen zufolge auf Höhe des Schlüsselbeins. Trotz des sofortigen Eingreifens ebenfalls anwesender Feuerwehrsanitäter erlag die Frau noch in der Nacht im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Wie sich herausstellte, befand sich die Tochter der Frau zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung. Sie konnte später von der Polizei ausfindig gemacht werden.

rom/dapd

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Seite 1
Pacifico 31.12.2010
1. ???
Warum dieses Forum? Was soll denn hier bitteschön diskutiert werden?
sponleser872 31.12.2010
2. ...
"Als der Beamte mit einer Axt eine Fensterscheibe einschlug und in die Wohnung eindrang, habe sich die Frau erhoben, und sich mit einem Küchenmesser in der Hand dem Polizisten genähert." tzzz - das ist auch frech, einem mit ner axt was böses zu unterstellen. die armen, armen polizisten - ab in die kur und dann nochmal 30 jahre weiter im text, ist ja nur ne verrückte. ohne verbindungen zur polizei / staatsanwaltschaft...
tlogor 31.12.2010
3. Vergitterte Balkone?
Hat man jetzt in Deutschland (München) schon die Balkone vergittert? Ist dies eine Schutzmassnahme, damit die Bevölkerung überflüssige Euroscheine nicht aus dem Fenster wirft?
ft60user 31.12.2010
4. Unglaublich
Der Einsatz der Schusswaffe war hier sicherlich nicht nötig.
Coz, 31.12.2010
5. antworten
Ja genau, für 1700 Euro im Monat lassen sie sich natürlich gern in einen Nahkampf mit einer psych. kranken Frau mit Messer in der Hand ein, der schon einige Ladungen Pfefferspray nichts anhaben konnten. Wer Polizisten mit einer Waffe in der Hand bedroht, muss mit Konsequenzen rechnen, in keinem anderem Land der Welt würde über diesen Vorfall einen Diskussion geführt werden.
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