Offenburg - Der 20 Jahre alte Geisterfahrer, der bei Offenburg einen Unfall mit sechs Toten verursacht hat, war offenbar betrunken. Bei der Obduktion seien 1,9 Promille Alkohol im Blut des Mannes festgestellt worden, teilte die Polizei mit. Ob dies jedoch die Ursache für den Unfall gewesen sei, könne noch nicht abschließend beurteilt werden.
Bei einem Frontalzusammenstoß auf der Autobahn 5 zwischen Offenburg und Lahr waren am Sonntagmorgen der junge Mann sowie fünf Insassen eines Sammeltaxis ums Leben gekommen. Zum Unfallzeitpunkt herrschte teils dichter Nebel. Laut Zeugenberichten war der 20-Jährige bis zum frühen Morgen mit Bekannten durch Lokale gezogen.
Einen Suizid schlossen die Ermittler aus. Zur Klärung der Unfallursache hat die Offenburger Polizei eine achtköpfige Ermittlungsgruppe eingesetzt, die die letzten Stunden im Leben des Unfallverursachers "minutiös nachvollzogen" hat.
Alle bei dem Unfall Getöteten sollen obduziert werden. Laut Polizei sind die Untersuchungen der Rechtsmediziner der Universität Freiburg weitgehend beendet. Nach einem Zeugenaufruf vom Mittwoch hätten sich mehrere Personen gemeldet, die noch befragt werden müssten, teilte ein Sprecher mit.
Als Reaktion auf den schweren Unfall hat das Land Baden-Württemberg zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen an den Autobahnen im Land angeordnet. Bis Ende Juni 2013 sollen auf allen Autobahnausfahrten deutlich sichtbare Pfeilmarkierungen auf der Fahrbahn angebracht werden. Durch sie sollen Autofahrer erkennen, wenn sie in der falschen Richtung unterwegs sind.
Außerdem prüfen die Behörden, ob an allen Autobahnausfahrten und Rastanlagen in Baden-Württemberg jeweils zwei Einfahrt-Verboten-Schilder davor warnen, in der falschen Richtung auf die Autobahn zu fahren. Diese doppelte Beschilderung ist in dem Bundesland vorgeschrieben.
hut/dpa/dapd
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