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Tödlicher Unfall: Polizei rätselt über Ölflaschen-Werfer

Es ist eine tödliche Gefahr: Im Allgäu wirft ein noch unbekannter Täter mit Motoröl gefüllte Flaschen auf die Straße - ein Motorradfahrer geriet ins Schleudern und starb. Bereits zehn vorsätzlich gelegte Ölspuren gab es bislang. Die Polizei fahndet mit einer Ermittlergruppe.

Kempten - Gullideckel, Steine, Flaschen: Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn Gegenstände von Verkehrsbrücken auf die Fahrbahn geworfen werden. Ein ähnlicher Fall beschäftigt nun die Polizei im bayerischen Unterallgäu. An zehn Stellen haben die Ermittler Öllachen entdeckt, die die Fahrbahn gefährlich rutschig machen. Offenbar hat ein noch unbekannter Täter mit Motoröl gefüllte Wein- und Sektflaschen auf den Asphalt geworfen. "Wir stehen noch am Anfang der Ermittlungen", sagte Christian Owsinski, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben/West.

Am Sonntag war es als Folge eines solchen Flaschenwurfes zu einem tragischen Unfall gekommen. Dabei wurde ein 37-jähriger Motorradfahrer getötet. Der Familienvater war gegen 17 Uhr mit seiner Maschine auf einer Ölspur ausgerutscht und in ein entgegenkommendes Fahrzeug geprallt. Die 60-jährige Fahrerin des Pkw kam mit leichten Verletzungen davon. Bei den Ermittlungen am Unfallort stellte die Polizei fest: Auch in diesem Fall war eine mit Öl gefüllte Flasche auf die Straße geschleudert worden.

Die Straße ist von Bäumen gesäumt, der Lichtwechsel könnte es für den Fahrer besonders schwer gemacht haben, die Lache zu erkennen. Man habe aber nicht nur in Waldgebieten, sondern auch auf freier Strecke Ölspuren gefunden, so die Ermittler. Zwar sei das Unfallrisiko für Motorradfahrer deutlich höher, aber auch für Autos könnten die Lachen gefährlich werden.

"Wir haben eine zehn Personen starke Ermittlergruppe gebildet", sagte Sprecher Owsinski. Diesem Team gehören neben Unfallfahndern auch Beamte der Kriminalpolizei an. "Die Spuren, also Flaschenscherben und Ölreste, werden ins Landeskriminalamt in München gebracht und dort untersucht", so Owsinski weiter. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, setzten die Fahnder einen Hubschrauber ein, um die gefährlichen Stellen auszumachen.

Da die Fundorte weit auseinander liegen, gehe man von einem sogenannten "mobilen Täter" oder einer Tätergruppe aus. Konkrete Hinweise auf einen Verursacher gibt es noch nicht, die Polizei ermittelt aber wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr mit Todesfolge. "Wenn die Ölspuren vorsätzlich ausgelegt wurden, ist das alles andere als ein Dummer-Jungen-Streich, sondern eine schwere Straftat. Entsprechend wird der Fall auch verfolgt", so Owsinski.

jok

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