Mutmaßlicher Serienmörder in Kanada Polizei entdeckt Leichenteile von sechs Menschen

Die Leichenteile waren in Blumenkübeln versteckt: Bei Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Serienmörder hat die Polizei in Toronto einen grausigen Fund gemacht. Unter Verdacht steht ein Landschaftsgärtner.

Ermittler Hank Idsinga in Toronto
AP

Ermittler Hank Idsinga in Toronto


Die Polizei in Kanada hat bei Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Serienmörder Leichenteile von sechs Menschen entdeckt. Die Ermittler machten den grausigen Fund bei der Durchsuchung eines Grundstücks in Toronto, das der Verdächtige Bruce McArthur als Lager nutzte, wie der leitende Ermittler Hank Idsinga sagte. Die Leichenteile waren unter anderem in Blumentöpfen versteckt.

Dem 66 Jahre alte Landschaftsgärtner McArthur war bereits vor dem Fund der Leichenteile fünffacher Mord vorgeworfen worden. Die Ermittler hatten ihn Mitte Januar im Zusammenhang mit dem vermuteten Tod zweier Männer festgenommen. Diese waren im Frühjahr 2017 aus einem "Gay Village" genannten Viertel in Toronto verschwunden und galten seitdem als vermisst.

Kurz nach seiner Verhaftung wurde McArthur zudem der Tod dreier weiterer Männer zur Last gelegt, die zwischen 2012 und 2017 verschwunden waren. Unter den Funden waren laut Idsinga die Überreste von mindestens einem dieser fünf Opfer. Wer die anderen Toten von dem Grundstück seien, müsse noch ermittelt werden.

Mehr als 30 weitere Grundstücke im Visier

Zudem gehen die Ermittler Hunderte Vermisstenfälle durch. Bei der Suche nach möglichen weiteren Opfern setzt die Polizei Hunde und Radartechnik ein. Zudem sind derzeit noch mehr als 30 Grundstücke im Visier, auf denen McArthur zwischenzeitlich arbeitete. Etwa 15 Blumenkübel wurden bereits sichergestellt.

Auch auf dem Anwesen, auf dem die Leichenteile entdeckt wurden, geht die Suche weiter. Die Ermittler graben Teile des Rasens um. Das ist jedoch mit großem Aufwand verbunden, da der Boden gefroren ist und vor den Grabungen erst aufgetaut werden muss. Dazu wurde ein großes Zelt mit Heizstrahlern errichtet.

McArthur soll den Ermittlern zufolge seine Opfer über Dating-Apps für Homosexuelle gefunden haben - und, indem er einfach in seinem Van in der Stadt herumgefahren sei. Auf einem seiner Dating-Profile beschrieb er sich als hauptsächlich an jüngeren Männern interessiert: "Ich kann ein bisschen schüchtern sein, bis ich dich kennengelernt habe, aber im Herzen bin ich ein Romantiker."

Ermittler Idsinga sagte, es laufe eine umfangreiche digitale Untersuchung. "Wir werten Computer, Smartphones und Apps aus."

wit/dpa/AFP/AP



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