Amokfahrt in Toronto Verdächtiger könnte aus Frauenhass gehandelt haben

Warum fuhr Alek M. in Toronto zehn Menschen zu Tode? Nun gibt es Hinweise auf einen möglichen Frauenhass des 25-Jährigen. Als Inspiration diente wohl ein anderer Attentäter.

Tatort in Toronto nach der Amokfahrt
AP/ The Canadian Press/ Aaron Vincent Elkaim

Tatort in Toronto nach der Amokfahrt


Nach der Amokfahrt von Toronto gibt es offenbar neue Details zum mutmaßlichen Attentäter. Es verdichten sich die Hinweise, dass der 25-jährige Alek M. womöglich aus Frauenhass gehandelt haben könnte. Kurz vor seiner Fahrt soll er laut Informationen der Polizei in Toronto einen kryptischen Post bei Facebook hinterlassen haben.

In diesem steht unter anderem, dass die sogenannte Incel Rebellion begonnen habe. Der Begriff "Incel" ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck "involuntary celibacy", auf Deutsch bedeutet das "unfreiwillige Enthaltsamkeit".

Bekanntheit erlangte dieser Begriff nach dem Amoklauf im kalifornischen Isla Vista 2014, bei dem sechs Menschen gestorben waren. Der damalige Attentäter Elliot Rodger bezeichnete sich als "Incel", als "unfreiwilligen Single". Aus Wut darüber wollte er möglichst viele Frauen töten. In einem selbst verfassten 141-seitigen "Manifest" hatte Rodger damals geschrieben: "Ich werde alle Frauen dafür bestrafen, dass sie mir Sex entzogen haben ... Ich kann nicht jede einzelne Frau auf der Welt töten, aber ... ich werde eben die Mädchen angreifen, die alles vertreten, was ich am weiblichen Geschlecht hasse."

Eben jenen Rodger hat nun Alek M. in seinem Facebook-Post erwähnt. Er nannte ihn darin ein Paradebeispiel für einen "Gentleman".

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Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass man M. des zehnfachen Mordes beschuldigt. Sie legt M. außerdem versuchten Mord in 13 Fällen zur Last. Der Angeklagte saß mit Handschellen im Saal. Der Termin in einem Gericht in Toronto dauerte nur wenige Minuten. Die nächste Anhörung wurde für den 10. Mai angesetzt. Der 25-Jährige, der aus dem Norden Torontos stammt, war bislang nicht im Visier der Sicherheitsbehörden.

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Regierungschef Justin Trudeau verurteilte die "sinnlose Attacke". Er rief die Kanadier auf, "nicht in Angst zu leben" und ihre Lebensgewohnheiten beizubehalten. "Wir müssen ein offenes und freies Land bleiben."

Die Tat hatte sich am Montag gegen 13.30 Uhr (Ortszeit, 19.30 Uhr MESZ) auf der belebten Yonge-Straße in Kanadas größter Stadt ereignet. Der Fahrer lenkte den Lieferwagen von der Straße mit voller Geschwindigkeit auf den Gehsteig. Zehn Menschen wurden getötet. 15 Fußgänger wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Unter den Toten waren nach Angaben des südkoreanischen Außenministeriums zwei Südkoreaner, zwei weitere Südkoreaner seien lebensgefährlich verletzt worden.

bam/AFP

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