Getötete Kinder in Dortmund: Richterin erlässt Haftbefehl gegen Freundin des Vaters

Im Fall der drei getöteten Kinder in Dortmund konzentrieren sich die Ermittler auf die Lebensgefährtin des Vaters. Sie sitzt nun wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft, bestreitet die Tat aber. Die Leichen der Geschwister waren nach einem Brand in der Wohnung der Familie entdeckt worden.

Freunde der getöteten Kinder in Dortmund: Trauer vor der ausgebrannten Wohnung Zur Großansicht
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Freunde der getöteten Kinder in Dortmund: Trauer vor der ausgebrannten Wohnung

Dortmund - Im Fall der drei getöteten Kinder in Dortmund sitzt die Freundin des Vaters in Untersuchungshaft. Gegen sie sei Haftbefehl wegen Mordes und besonders schwerer Brandstiftung ergangen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag mit.

Die 29-Jährige war am Freitag festgenommen worden, einen Tag später wurde sie dem Haftrichter vorgeführt. Sie bestreitet, die Kinder ihres Lebensgefährten getötet zu haben. Die Leichen eines vierjährigen Jungen und seiner zwölf Jahre alten Schwester waren am Freitag nach einem Feuer in der Wohnung der Familie gefunden worden. Der zehn Jahre alte Bruder der beiden starb wenig später im Krankenhaus. Die Obduktionen ergaben, dass alle durch eine Gewalttat starben. Das Alter der Frau war zuvor mit 30 Jahren angegeben worden.

Die ermittelnde Staatsanwältin Barbara Cuntz hatte erklärt, es gebe Hinweise auf ein Kapitalverbrechen. Einzelheiten nannte sie mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht. Der Polizei zufolge könnte das Feuer gelegt worden sein, um die Gewalttat zu verschleiern.

Nach Informationen der "Ruhr Nachrichten" sollen bei dem Zehnjährigen Stichverletzungen entdeckt worden sein. Bei der Staatsanwaltschaft Dortmund war am Samstag zunächst niemand zu erreichen.

Gegen den 41 Jahre alten Vater gibt es laut Polizei keinen Tatverdacht. "Er wurde nach einer ersten Befragung in die Obhut seiner Angehörigen übergeben", teilten die Behörden mit.

Die Geschwister lebten mit dem Vater zusammen. Die Mutter war vor knapp drei Jahren im sauerländischen Werdohl zu Tode gestürzt - bei dem Versuch, über einen Balkon in ihre verschlossene Wohnung zu gelangen. In der Wohnung befand sich damals das jüngste der Kinder, erst ein Jahr alt.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte es bei der Familie in Dortmund gebrannt. Damals hatten die Ermittler zündelnde Kinder verantwortlich gemacht. Die Wohnung im Obergeschoss desselben Mietshauses wurde verwüstet. Die obdachlos gewordene Familie fand schließlich im Erdgeschoss des Hauses Unterschlupf.

ffr/dpa/dapd/AFP

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