Familienstreit: 17-Jähriger stirbt bei Explosion in Köln

Die Polizei geht von einem Anschlag aus: Bei der Explosion einer Wohnung in Köln ist ein 17-Jähriger getötet worden. Hintergrund für die "mutwillig herbeigeführte" Detonation sind vermutlich Familienstreitigkeiten. Die Ermittler haben den Vater der Freundin des Opfers festgenommen.

Brandspuren an der Fassade eines Hauses in Köln: Mieter bei Explosion getötet Zur Großansicht
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Brandspuren an der Fassade eines Hauses in Köln: Mieter bei Explosion getötet

Köln - Die Explosion war gewaltig: Bei einer Detonation in Köln ist ein junger Mann aus seiner Wohnung im Dachgeschoss geschleudert worden. Dabei verletzte sich der 17-Jährige so schwer, dass er noch am Unfallort starb. "Wir gehen derzeit von einem Tötungsdelikt aus", sagte ein Polizeisprecher, die Explosion sei "mutwillig herbeigeführt" worden. Der Tote ist den Angaben zufolge der Mieter der Wohnung im Kölner Stadtteil Zollstock. Die Mordkommission habe die Ermittlungen übernommen.

Rund drei Minuten bevor Nachbarn in der Nacht zu Dienstag bei der Polizei angerufen und die Explosion gemeldet hätten, habe der Mieter ebenfalls einen Notruf abgesetzt, so der Sprecher. Dabei habe der Mann gemeldet, dass jemand versuche, seine Tür einzutreten. Hintergrund sind laut Polizei Familien- oder Beziehungsstreitigkeiten.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Vater der Freundin des 17-jährigen Opfers die Verpuffung verursacht hat. "Er ist am Montagabend in die Wohnung eingedrungen und hat großflächig Benzin verteilt", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das soll er dann angezündet haben. Die Ermittler werfen dem 52-Jährigen Mord vor. Der Mann sei nicht mit der Beziehung seiner 14 Jahre alten Tochter mit dem Jugendlichen einverstanden gewesen.

Die Polizei hat den Verdächtigen festgenommen. "Er ist mehr oder weniger geständig", so der Polizeisprecher. Der 52-Jährige kam in ein Kölner Krankenhaus. Den Angaben zufolge erlitt er schwere Brandverletzungen und musste in ein künstliches Koma versetzt werden.

Zwei weitere Personen - laut Polizei wahrscheinlich Nachbarn - wurden bei der Explosion leicht verletzt. Beide konnten nach kurzer Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen. Einer von ihnen war nach Angaben der Kölner Feuerwehr aus dem ersten Stock gesprungen.

Die Wohnung des Getöteten brannte vollständig aus. Der Schaden war nach Angaben der Feuerwehr aber nicht so groß, dass das Haus abgestützt werden musste. Die Wohnungen im Dachgeschoss seien wegen des Brandgeruchs vorerst jedoch nicht bewohnbar.

wit/dpa/dapd

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