Erstochener Flüchtling in Dresden Volker Beck zeigt Ermittler an

Der Bundestagsabgeordnete Volker Beck hat auf den gewaltsamen Tod des Asylbewerbers Khaled B. in Dresden reagiert. Der Grünen-Politiker stellte Strafanzeige wegen möglicher Strafvereitelung im Amt.

Volker Beck: "Dies wirkt dilettantisch"
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Volker Beck: "Dies wirkt dilettantisch"


Dresden - Nach dem gewaltsamen Tod eines 20-jährigen Asylbewerbers in Dresden wirft der Bundestagsabgeordnete Volker Beck den Ermittlungsbehörden "nachlässiges Vorgehen" vor. Das berichtet die Dresdner "Mopo24".

Khaled B. aus Eritrea war am Dienstagmorgen tot vor seinem Wohnhaus in einer Plattenbausiedlung im Stadtteil Leubnitz-Neuostra gefunden worden. Laut Staatsanwaltschaft starb der 20-Jährige durch Messerstiche in Hals und Brust. Die Ermittler hatten in einer ersten Information zu dem Fall zunächst mitgeteilt, es gebe für eine Fremdeinwirkung keine Anhaltspunkte.

"Heute habe ich deshalb Strafanzeige gegen unbekannt wegen möglicher Strafvereitelung im Amt gestellt", zitiert die Zeitung den Grünen-Politiker. "Erst nach der Obduktion des Opfers räumt die Polizei ein Fremdverschulden ein und schickt erst 30 Stunden nach der Tat die Spurensicherung an den vermeintlichen Tatort. Dies wirkt dilettantisch." Er gehe davon aus, dass man das auch in Dresden so sehen werde und Ermittlungen aufnehme, um Zweifel auszuräumen, sagte Beck.

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz warnte unterdessen vor Mutmaßungen. "Ich glaube, mir geht es wie vielen, dass diese Tat an einem Asylbewerber aus Eritrea, der in unserer Stadt gelebt hat, viele Fragen aufwirft", sagte die CDU-Politikerin. Sie habe aber Vertrauen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft die Fragen schnell klären könnten.

"Flüchtlinge in dieser Stadt haben Angst", sagte eine Sprecherin der Arbeiterwohlfahrt Sachsen, deren Mitarbeiter den 20-Jährigen sowie dessen sieben Mitbewohner aus Eritrea bisher betreut haben. In der vergangenen Woche habe ein Kollege von Tritten gegen die Wohnungstür der Asylbewerber sowie von Hakenkreuz-Schmierereien im Hausflur berichtet.

Nach Angabe der Staatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Hinweise auf Täter, Hintergründe und Umstände des Verbrechens gebe es aber noch nicht.

wit/dpa

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