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Totschlagsprozess: Ehefrau in Toilettenschüssel ertränkt

Er brach ihr einen Halswirbel und ertränkte sie: In Münster hat der Prozess gegen einen Mann begonnen, der seine 25 Jahre ältere Ehefrau in der Toilettenschüssel ertränkt haben soll. Sein Verteidiger behauptet, der Mann habe kein Motiv für die Tat.

Münster - Der 32-Jährige soll der Frau Anfang Juni vergangenen Jahres in der gemeinsamen Wohnung in Lengerich (Nordrhein-Westfalen) einen Halswirbel an der Beckenkante gebrochen haben. Anschließend habe er die Spülung betätigt, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Die Anklage lautet auf Totschlag.

Der Angeklagte verweigerte zum Prozessauftakt am Landgericht jede Aussage. Bei seiner polizeilichen Vernehmung hatte er angegeben, er sei stark betrunken gewesen und könne sich an nichts erinnern. Bei der Polizei hatte er die Tat bestritten.

Bei der Partnerschaft könnte es sich nach Aussagen von Zeugen um eine Scheinehe gehandelt haben. Der Angeklagte selbst bestritt dies bei der Polizei, räumte aber bei einem psychiatrischen Gutachter ein, es habe keinerlei sexuelle Kontakte der Eheleute miteinander gegeben. Stattdessen hatte der Mann dem Gutachter zufolge während der zweijährigen Ehe wohl sexuelle Kontakte zu anderen Frauen.

Der in Deutschland aufgewachsene Türke war vor der Tat längere Zeit in der Türkei und hätte möglicherweise keine Aufenthaltserlaubnis mehr erhalten. Das Paar hatte in der Türkei geheiratet. "Er hat die Frau gebraucht, um in Deutschland bleiben zu können", sagte der Verteidiger des 32-Jährigen am Rande des Prozesses. Deshalb fehle auch ein Motiv für die Tat.

jjc/dpa

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