Urteil in Bayern Lebenslange Haft für Mord an konvertierter Frau

Hamidullah M. erstach eine Frau, die vom Islam zum Christentum übergetreten war. Für die Tat verurteilte das Landgericht Traunstein den 30-Jährigen nun zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Angeklagter Hamidullah M. (Archiv)
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Angeklagter Hamidullah M. (Archiv)


Im Prozess um die Ermordung einer vierfachen Mutter in Bayern ist das Urteil gefallen: Das Landgericht Traunstein verurteilte einen Mann muslimischen Glaubens wegen Mordes an der zum Christentum übergetretenen Frau zu lebenslanger Haft.

Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren zwar rechtlich möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen.

Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte dem 30-Jährigen vorgeworfen, er habe Farimah S. wegen ihrer Religionszugehörigkeit getötet.

Es habe ein "Motivbündel" gegeben, sagte der Vorsitzende Richter. Neben Frustration habe auch eine Rolle gespielt, dass die zum Christentum konvertierte S. ihn auf seine Religion angesprochen habe.

Hamidullah M. hatte die 38 Jahre alte Frau im April 2017 vor einem Supermarkt in Prien am Chiemsee vor den Augen ihrer beiden fünf und elf Jahre alten Söhne getötet - mit etlichen Messerstichen. Täter und Opfer stammen aus Afghanistan und kannten sich flüchtig. S. galt in Prien als gut integriert und seit Jahren in der evangelischen Kirche aktiv.

Verteidiger Harald Baumgärtl hatte hingegen beantragt, auf die besondere Schwere der Schuld zu verzichten. Er begründete dies unter anderem mit der "ganz außergewöhnlichen Lebenssituation" des Angeklagten. Der abgelehnte Asylbewerber sei von klein auf mit Gewalt, Blut und Tod konfrontiert gewesen. In seinem Schlusswort hatte sich M. bei den Hinterbliebenen entschuldigt.

wit/dpa



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