US-Justiz: Tausende fordern Gerechtigkeit für Trayvon Martin

REUTERS

Trayvon Martins Vater sprach in Miami, die Mutter demonstrierte mit den Popstars Beyoncé und Jay-Z in New York. In den USA haben in vielen Städten Tausende gegen den Freispruch für den Todesschützen des schwarzen Jugendlichen protestiert. Ihre Botschaft: Wir wollen Gerechtigkeit.

New York - Allein zu der Kundgebung in New York kamen mehrere tausend Menschen. Bei brütender Hitze sprach unter anderem der schwarze Prediger und Bürgerrechtler Al Sharpton und Trayvon Martins Mutter Sybrina Fulton. Auf der Bühne waren auch der HipHop-Star Jay-Z und seine Frau Beyoncé, die Pop-Queen.

Trayvon Martin war im Februar 2012 von George Zimmerman in Sanford in Florida erschossen worden. Ein Geschworenengericht hat Zimmerman in der vergangenen Woche freigesprochen. Die Jury hatte Zimmermans Version geglaubt, wonach der Jugendliche ihn attackiert habe und er in Notwehr gehandelt habe. Dabei war der 17-jährige Martin unbewaffnet gewesen.

Fulton sprach sich für friedliche Proteste aus und sagte, der Tod ihres Sohnes werde nicht vergebens sein. "Ich muss nicht nur das tun, was ich für Trayvon tun muss. Ich werde mich auch für eure Kinder engagieren." Sharpton sagte, das berühmte Musikerpaar auf der Rednertribüne sei "nicht gekommen, um sich fotografieren zu lassen, sondern aus Solidarität für die Familie von Trayvon Martin". Jay-Z und Beyoncé seien außerdem Eltern. "Wir haben alle Kinder und wir haben Angst. Die Gesetze müssen alle schützen", fuhr Sharpton fort.

Auch in zahlreichen anderen Städten protestierten Tausende gegen den Freispruch. Der Vater des Todesopfers sprach in Miami: "Wir denken, dass der Tod meines Sohnes zu einem Wandel in unserer Gesellschaft führen muss. Die Gesetze, die es erlauben, jemanden zu töten, nur weil er für verdächtig gehalten wird, müssen abgeschafft werden", sagte Tracy Martin vor etwa 500 überwiegend schwarzen Demonstranten. Dem Fernsehsender CNN sagte der Vater, die Demonstrationen zeigten dem ganzen Land, "dass wir nicht stillhalten werden".

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USA: Tausende demonstrieren für Trayvon Martin
Unter den mehreren hundert Demonstranten in Chicago war ein Mann mit einem Schild "Latinos for Trayvon" zu sehen, aber auch hier waren Hispanics und Weiße deutlich in der Minderheit. Ein Redner nach dem anderen verwies auf den Fall des aus Chicago stammenden 14-Jährigen Emmett Till, der 1955 getötet worden war. Der rassistische Lynchmord in Mississippi war damals der Auslöser der US-Bürgerrechtsbewegung. Die beiden als Täter angeklagten Weißen wurden damals von einer rein weißen Jury freigesprochen. Auch Beyoncé erinnerte auf ihrer Website an Tills brutale Ermordung. "Wir müssen für Trayvon genauso kämpfen wie die Generation vor uns für Emmett Till gekämpft hat", schrieb sie.

Am Freitag hatte sich US-Präsident Barack Obama zu dem umstrittenen Freispruch vom zurückliegenden Wochenende geäußert. "Vor 35 Jahren hätte ich Trayvon Martin sein können", sagte der erste afroamerikanische US-Präsident. Er zeigte Verständnis für den Unmut vieler Schwarzer über das Urteil, zumal die "historische Ungleichbehandlung" im Justizsystem weiter fortbestehe. Zugleich mahnte er zur Friedfertigkeit. Gewalt würde Martins Tod "entehren".

Jul/AFP

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