Prozess um tödlichen Müllwagen-Unfall Fahrer kippte schon einmal mit Lkw um

Im August 2017 kippte ein Müllwagen um und begrub ein Auto unter sich - fünf Menschen starben. Nun wird bekannt: Der angeklagte Fahrer hatte 2010 bereits einen ähnlichen Unfall.

Unfallstelle bei Nagold (Archiv)
DPA/ sdmg

Unfallstelle bei Nagold (Archiv)


Ein 55 Jahre alter Müllwagen-Fahrer muss sich nach einem tödlichen Unfall in Baden-Württemberg vor dem Landgericht Tübingen verantworten. In dem Prozess wurde nun bekannt, dass der Angeklagte schon einmal einen Unfall verursacht hatte, bei dem das Fahrzeug umkippte. Das geht aus dem Fahreignungsregister hervor, aus dem das Gericht zitierte.

Demnach war der Mann am 25. Mai 2010 in Altensteig im Kreis Calw zu schnell gefahren und deshalb mit seinem Müllwagen umgekippt. Sein Beifahrer wurde damals verletzt. Ihm selbst wurde der Führerschein entzogen, den er ein Dreivierteljahr später wiederbekam. Außerdem musste er 40 Tagessätze à 30 Euro Strafe zahlen.

In dem laufenden Prozess ist der 55-Jährige wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft war er am 11. August 2017 in Nagold - ebenfalls im Kreis Calw - zu schnell in eine Kreuzung gefahren. Sein Fahrzeug kippte um und begrub ein voll besetztes Auto unter sich. Die fünf Menschen darin starben: die 25 Jahre alte Fahrerin, ihr 22 Jahre alter Freund, die zweijährige Tochter, der nur wenige Wochen alte Sohn und die 17 Jahre alte Schwester der Fahrerin.

Beim Prozessauftakt sprach der Fahrer von Problemen mit der Bremse. "Das Pedal ging nicht weiter", sagte er. Dem Mann droht bei Verurteilung eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren, mindestens aber eine Geldstrafe. Ein Urteil wird für den 19. März erwartet.

wit/dpa



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