Türkei Verantwortliche für Grubenunglück von Soma müssen lange in Haft

Das Grubenunglück in Soma vor vier Jahren erschütterte die Welt, mehr als 300 türkische Bergarbeiter starben. Jetzt hat ein Gericht die Verantwortlichen zu langen Haftstrafen verurteilt - zu wenig für die Angehörigen.

Trauernde an den Gräbern der in Soma getöteten Bergleute (Archivbild)
DPA

Trauernde an den Gräbern der in Soma getöteten Bergleute (Archivbild)


Mehr als vier Jahre nach dem schweren Grubenunglück im westtürkischen Soma mit mehr als 300 Toten hat ein Gericht einige prominente Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt. Der Geschäftsführer der Bergbaufirma soll für 15 Jahre ins Gefängnis, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwochmorgen berichtete. Der Direktor des Bergwerks soll mehr als 22 Jahre in Haft.

Der Führungsriege des Braunkohlebergwerks war vorgeworfen worden, aus Profitgier Sicherheitsmaßnahmen vernachlässigt zu haben. Urteile gegen mehrere Dutzend weitere Angeklagte sollten im Lauf des Tages gesprochen werden.

Der Betriebsleiter bekam eine Haftstraße von 18 Jahren und neun Monaten. Der technische Leiter wurde zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt und der Technik-Aufseher zu 18 Jahren und neun Monaten.

Das Strafmaß blieb hinter den Erwartungen der Anwälte und Familien der Opfer zurück - die Anwälte verließen nach den ersten Urteilen aus Protest den Saal. Sie hatten für insgesamt elf der mehr als 40 Angeklagten mehrfach lebenslange Haftstrafen gefordert. Angehörige schrien wütende Proteste in Richtung der Richter.

Am 13. Mai 2014 war in dem Braunkohlebergwerk ein Feuer ausgebrochen. 301 Kumpel starben - die meisten erstickten. Hunderte wurden verletzt. Es war das schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Türkei.

mik/dpa



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