Wer tötete den Rapper? Gangmitglied heizt Spekulationen über Tupacs Mörder an

Wer schoss 1996 in Las Vegas auf den Rapper Tupac Shakur? Mehr als 20 Jahre nach seinem Tod äußert sich der angeblich letzte lebende Zeuge - und bringt damit Bewegung in den Fall.

imago/ Cinema Publishers Collection

Vor mehr als 20 Jahren wurde Rapper Tupac Shakur heimtückisch aus einem fahrenden Auto erschossen. Bis heute ist ungeklärt, wer mit einer Waffe auf den damals 25-Jährigen zielte. Nun kommt wieder Bewegung in den Fall. Die Polizei aus Las Vegas ermittelt erneut - weil ein Zeuge in einem Interview für eine TV-Dokumentation Details zu der Nacht preisgegeben hat.

Schon länger hatte die Polizei einen Mann im Visier: Orlando Anderson galt als Hauptverdächtiger. Kurz vor Tupacs Tod soll das Gangmitglied mit dem Rapper in Streit geraten und von ihm und seinen Freunden verprügelt worden sein. Aus Rache habe er dann in der gleichen Nacht auf den Rapper geschossen. Doch entscheidende Beweise für diese Theorie fehlten den Beamten in den vergangenen Jahren.

Tupac überlebte die Schüsse nicht. Er starb sechs Tage nach der Attacke in einem Krankenhaus.

Bereits im Februar äußerte sich der Onkel Andersons in der Serie "Death Row Chronicles", die über ungelöste Mordfälle berichtet. Keefe D, der mit bürgerlichem Namen Duane Keith Davis heißt, berichtete von jener verhängnisvollen Nacht und offenbarte: Sein Neffe könnte tatsächlich die Waffe auf Tupac gerichtet haben.

Gemeinsam mit Anderson und zwei weiteren Mitgliedern der berüchtigten Straßengang Crips sei er am 7. September 1996 in dem Auto gewesen, aus dem auf den Rapper geschossen wurde. Während er auf dem Beifahrersitz gesessen habe, hätte sein Freund Terrence Brown den Wagen gesteuert. Auf der Rückbank hätten sein Neffe Anderson und DeAndre Smith Platz genommen.

"Alles, was für mich zählt, ist die Wahrheit"

Die Waffe sei von den Rücksitzen abgefeuert worden, sagte Keefe D im Interview. Doch wer die Waffe in der Hand hatte und an einer roten Ampel auf Tupacs BMW schoss, darüber schwieg er. Über seine Beweggründe, mehr als 20 Jahre nach der Tat Details zu dem Fall zu verraten, gab er jedoch Auskunft.

"Ich bin der Einzige, der noch lebt, und die wahre Geschichte von Tupacs Mord erzählen kann", sagte er. Er sei an Krebs erkrankt und habe nichts mehr zu verlieren, daher könne er so offen sprechen. "Alles, was für mich zählt, ist die Wahrheit."

Nun widmet sich auch die True-Crime-Serie "Unsolved" auf Netflix dem mysteriösen Mord an Tupac Shakur. Sie orientiert sich dabei an den Ermittlungen von Greg Kading, der ab 2006 den Fall untersuchte und der Co-Produzent der neuen Serie ist.

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Tupac Shakur: Wer schoss auf den Rapper in Las Vegas?

Ihm soll Keefe D schon in den 90ern verraten haben, worüber die ganze Welt rätselt - dass sein Neffe für den Mord verantwortlich gewesen sei. Laut "Daily Mail" existiere von seinem Verhör und dem Geständnis sogar eine Tonaufnahme.

Auf die Aussagen der vergangenen Monate hat das Las Vegas Police Department mit neuen Ermittlungen reagiert. Seit längerem werde der Fall erneut überprüft. Gerüchte über einen Haftbefehl oder gar das Ende der Ermittlungen dementierten die Polizisten jedoch. Der Fall bleibe weiterhin ein offener Mordfall.

Den Hauptverdächtigen Orlando Anderson, der immer behauptete, nicht auf den Rapper geschossen zu haben, werden die Beamten dazu jedenfalls nicht mehr befragen können. Er starb zwei Jahre nach Tupac - ebenfalls bei einer Autoschießerei.

sen

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