Berlin - Er überfiel am Wochenende einen Mann auf dem U-Bahnhof Berlin-Friedrichstraße und trat ihm mit voller Wucht mehrfach auf den Kopf. Der 18-jährige mutmaßliche Haupttäter stellte sich der Polizei, nachdem diese die Videoaufzeichnungen veröffentlicht hatte, und legte ein Geständnis ab. Gegen den Schüler wurde Haftbefehl erlassen, er wurde allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt.
Nun hat die Union laut "Welt Online" eine Gesetzesverschärfung angekündigt. "Es muss der Vergangenheit angehören, dass Jugendliche ihre Bewährungsstrafen als Trophäen vorzeigen", sagte Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der Online-Ausgabe der "Welt". Ein Anliegen der Union sei deshalb die Einführung eines Warnschussarrests. Das Bundesjustizministerium werde dazu bis Pfingsten einen Gesetzentwurf vorlegen.
"Junge Straftäter erfahren konkret, was es bedeutet, hinter Gittern zu sitzen", sagte Krings. Man führe ihnen auf diesem Wege "bereits zu Beginn der Bewährungszeit deutlich die Konsequenzen weiterer Gesetzesverstöße vor Augen". Allerdings ist der 18-Jährige bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Ein Warnschussarrest hätte daher in diesem Fall die brutale Attacke nicht verhindert.
Der mutmaßliche Haupttäter hatte den 29-jährigen Mann am frühen Samstagmorgen auf dem U-Bahnhof brutal zusammengeschlagen. Ein 21-jähriger Zeuge, der dem Opfer helfen wollte, wurde von einem gleichaltrigen Begleiter des Haupttäters angegriffen und verletzt. Der zweite, gleichaltrige Tatverdächtige ist den Polizeiangaben zufolge wegen gefährlicher Körperverletzung vernommen und ebenfalls auf freien Fuß gesetzt worden. Er hatte dem Zeugen in den Rücken getreten. Gegen den zweiten Täter sei kein Haftbefehl erlassen worden, teilte die Polizei mit. Als Motiv gab der Haupttäter an, "in einer aggressiven Stimmung gewesen zu sein und nach Streit gesucht zu haben". Zudem sei er zur Tatzeit betrunken gewesen.
Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) äußerte sich angesichts der Attacke erschrocken. Es zeige sich aber erneut, "dass die Videoüberwachung Früchte trage", sagte Körting der "Berliner Morgenpost". Die Täter seien so schnell gefasst worden, weil sie wussten, dass sie auf den Überwachungsvideos erkannt werden würden.
Berlins CDU-Chef Frank Henkel forderte, Polizei und Justiz müssten "härter und schneller durchgreifen" können. "Bei Straftaten dieser Art muss die Strafe auf dem Fuß folgen", sagte Henkel laut "Welt online" und schlug dafür die Einführung von erzieherischen Maßnahmen vor: Zusätzlich zum Warnschussarrest brachte er auch Fahrverbote und schärfere Meldepflichten ins Spiel.
Auch sollten 18- bis 21-Jährige bestraft werden wie Erwachsene. Um einen schnellen Sicherheitseffekt an den U-Bahnhöfen zu haben, schlug Henkel vor, die Berliner Verkehrsbetriebe sollten dort mit großen Schildern auf die Videoüberwachung hinweisen. "Das könnte den gleichen Effekt haben wie die Warnung vor Blitzern bei Autofahrern - da fahren alle sofort langsamer", so Henkel.
jjc
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