Überfall in Sittensen Rentner schoss jugendlichem Räuber in den Rücken

Der 16-jährige Jugendliche, der bei einem missglückten Raubüberfall in Sittensen von einem Rentner getötet worden war, starb durch einen Schuss in den Rücken. Das hat die Obduktion ergeben. Von den vier weiteren Tätern fehlt jede Spur.


Sittensen - Der Obduktionsbefund ist für die Einschätzung wichtig, ob das Überfallopfer in Notwehr geschossen hat oder nicht. Geprüft wird laut der Staatsanwaltschaft Stade nun, ob der 77 Jahre alte Schütze die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung oder Furcht überschritten habe.

Die insgesamt fünf Männer hatten den wohlhabenden Rentner am Montagabend auf dem Weg zu seinem Hundezwinger überfallen und in sein Haus zurückgedrängt. Beim Durchsuchen der Wohnung lösten sie jedoch einen Alarm aus. Der Rentner, der als Jäger Waffen besitzt, konnte in dem entstehenden Durcheinander eine Pistole ergreifen und mehrere Schüsse abgeben. Eine Kugel traf den 16-Jährigen, der in der Nähe der Terrasse tot zusammenbrach.

Für die Frage der Notwehr spielt den Angaben zufolge möglicherweise auch der gewaltsame Tod eines 51 Jahre alten Mannes im rund 50 Kilometer entfernten Oldendorf eine Rolle. Er war am Wochenende bei einem Raubüberfall getötet worden. Wenn der Rentner in Sittensen am Montag von der Tat gehört habe, habe er bei dem Überfall am Abend vielleicht schneller zur Waffe gegriffen, als er es sonst getan hätte.

Der Todesschütze wurde inzwischen vernommen. Einzelheiten der Aussage wollte die Staatsanwaltschaft aber nicht mitteilen.

Inzwischen steht die Identität des getöteten 16-Jährigen zweifelsfrei fest. Es handelt sich laut den Angaben wie bereits vermutet um einen Deutschen albanischer Herkunft. Er stammte aus Neumünster, war der Polizei als Intensivtäter bekannt und galt als gewalttätig.

Von seinen vier Mittätern hingegen fehlt weiterhin jede Spur. Es seien lediglich Teile von Maskierungen und eine Softair-Waffe gefunden worden, die sie während ihrer Flucht aus dem Auto geworfen hätten, hieß es. Die Fundstücke würden nun auf DNA-Spuren und Fingerabdrücke untersucht.

kng/dapd

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