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Ehemaliger FC-Bayern-Präsident: Uli Hoeneß wurde erpresst

Ehemaliger FC-Bayern-Präsident: Drohbrief an Uli Hoeneß Fotos
DPA

Der ehemalige FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist erpresst worden. Das bestätigt die Polizei München. Die Ermittler nahmen am Samstag einen Tatverdächtigen fest.

Hamburg - Ein Unbekannter hat Ex-Bayern-Chef Uli Hoeneß erpresst. Wie die Polizei SPIEGEL ONLINE bestätigte, erhielt der 62-Jährige am Samstag einen Brief, in dem ihm und seiner Familie Gewalt angedroht wurde.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung verlangte der Erpresser rund 200.000 Euro. Die Polizei sprach von einer sechsstelligen Summe. Ansonsten würde Hoeneß im Gefängnis Probleme kriegen, so hieß es in dem mehrseitigen Schreiben an den langjährigen FC-Bayern-Funktionär, der im März wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde.

Laut Polizei gab der Drohbriefschreiber dabei an, Einfluss auf Hoeneß' Haftverlauf zu haben - egal in welchem Gefängnis dieser seine Strafe absitzen werde.

Die Familie Hoeneß schaltete demnach umgehend die Polizei ein. Die Ermittler nahmen noch am selben Abend in München-Sendling einen Tatverdächtigen fest: einen 50-jährigen Münchner, der vorbestraft ist. Die Ermittler hatten eine Geldübergabe mit dem mutmaßlichen Täter vereinbart und ihn gegen 20.45 Uhr geschnappt. Bei einem Fluchtversuch per Fahrrad wurde der Mann jedoch verletzt. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen versuchte Erpressung vor. Der Mann sitzt seither in Untersuchungshaft. Zu weiteren Hintergründen des Festgenommen und dazu, ob dieser allein agierte, wollte sich die Polizei nicht äußern.

Erst vor kurzem war bekannt geworden, dass die Anwälte von Hoeneß offenbar eine Unterbringung in einer anderen Justizvollzugsanstalt als der in Landsberg am Lech beantragt. Hintergrund ist wohl der Tag der offenen Tür, den die JVA veranstaltet hatte und bei dem Journalisten durch das Gefängnis geführt wurden. Das habe Hoeneß' Privatsphäre verletzt, zitierten Medien seine Anwälte.

Zur Frage, wann genau Hoeneß die Haft antreten muss, halten sich die Behörden bedeckt. Nur soviel ist klar: Wenn das Gericht die Sieben-Wochen-Frist voll ausgeschöpft hat, war der 30. April das letztmögliche Datum für die Urteilszustellung. Darauf musste die Staatsanwaltschaft als Vollstreckungsbehörde warten, um Hoeneß die Ladung zum Haftantritt zukommen lassen.

Als sogenannter Selbststeller, der aus der Freiheit und nicht aus Untersuchungshaft ins Gefängnis muss, wird Hoeneß selbst direkt zur Haftanstalt kommen müssen. Am Wochenende hatte er noch an der Meisterfeier seines FC Bayern teilgenommen und auch noch bei einem Spiel der Basketballer auf der Tribüne gesessen.

gam/dpa

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