Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Prozess in München: Hoeneß-Erpresser zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt

Hoeneß-Erpresser: Vor dem Landgericht München II zu Haftstrafe verurteilt Zur Großansicht
DPA

Hoeneß-Erpresser: Vor dem Landgericht München II zu Haftstrafe verurteilt

Er forderte in einem Drohbrief 215.000 Euro von Uli Hoeneß: Weil ein 51-Jähriger den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern erpresste, muss der Mann nun für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

München - Der Erpresser von Uli Hoeneß ist zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. "Es besteht kein Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten", sagte der Vorsitzende Richter Oliver Ottmann. "Der Sachverhalt steht fest aufgrund des Geständnisses." Der Angeklagte habe beschlossen, Hoeneß' "Ängste bezüglich der bevorstehenden Haft auszunutzen".

Die Anklage hatte vier Jahre und drei Monate Haft gefordert. Einen besonders schweren Fall sah Staatsanwalt Klaus Reichenberger in seinem Plädoyer nicht, besondere Minderungsgründe allerdings auch nicht. Der 51-Jährige habe "kriminelle Energie" an den Tag gelegt.

"Der Angeklagte zeigte im Rahmen seiner Persönlichkeit Schuldeinsicht und Reue", begründete der Richter das Urteil. Mit seinem Geständnis habe der Mann dem seit Juni wegen Steuerhinterziehung inhaftierten Hoeneß und dessen Ehefrau Susanne außerdem einen Auftritt vor Gericht erspart. Der Richter betonte aber auch: "Sie sind einschlägig vorbestraft, haben daraus nichts gelernt."

Entschuldigung bei Uli Hoeneß

Der Angeklagte hatte am Montag vor dem Landgericht München II gestanden, Hoeneß vor dessen Haftantritt mit einem Drohbrief erpresst und 215.000 Euro verlangt zu haben. Der ehemalige Präsident des Fußballbundesligisten FC Bayern sitzt wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis. Der Angeklagte soll Hoeneß mit einem "unruhigen Haftverlauf" gedroht haben.

Verteidiger Martin Heidenreich verwies auf die schwierige finanzielle und gesundheitliche Situation des Angeklagten, der mehr als 300.000 Euro Schulden hat und an Diabetes leidet. Er hielt eine milde Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten für ausreichend. Sein Mandant habe mit dem Geständnis Einsicht gezeigt.

Der Angeklagte entschuldigte sich noch einmal bei Hoeneß und seiner Familie. Er wolle betonen, "dass mir die Tat sehr leidtut und dass ich mein Handeln in dieser Situation, in der ich nicht mehr ein noch aus wusste, zutiefst bereue", sagte er.

Hoeneß sitzt seit dem 2. Juni wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro in Landsberg am Lech im Gefängnis. Weihnachten wird er voraussichtlich bei seiner Familie verbringen können, im Januar kann er aller Wahrscheinlichkeit nach Freigänger werden.

wit/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: