Heimlich in Haft fotografiert Uli Hoeneß nimmt angeklagten Mithäftling in Schutz

Ein 49-Jähriger soll Uli Hoeneß im Gefängnis fotografiert haben. Vor Gericht hat der Bayern-Manager nun laut einem Zeitungsbericht Partei für den Mann ergriffen - und Journalisten harsch kritisiert.

Uli Hoeneß
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Uli Hoeneß


Uli Hoeneß hat sich vor dem Augsburger Landgericht für einen Mann ausgesprochen, der heimlich Fotos von ihm im Gefängnis gemacht haben soll. "Ich habe kein Interesse, dass der Angeklagte verurteilt wird", sagte der Fußballmanager laut der "Augsburger Allgemeinen".

Hoeneß' ehemaliger Mithäftling war im Jahr 2017 zu einer vierzehnmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 49-Jährige mit einer Minikamera in einem Kugelschreiber heimlich Fotos des Managers geschossen hatte. Veröffentlicht wurden die Bilder nicht. Gegen das Urteil war der Mann in Berufung gegangen.

Hoeneß, der wegen Steuerhinterziehung in Haft gesessen hatte, sagte als Zeuge vor Gericht aus. Er selbst hatte einen Strafantrag gegen den Häftling gestellt. Obwohl der Manager Verständnis für den Angeklagten zeigte, weigerte er sich dem Bericht zufolge, seinen Strafantrag zurückzuziehen.

Not "schamlos" ausgenutzt

Auf eine entsprechende Frage des Verteidigers soll Hoeneß demnach gesagt haben: "Nein, wenn ich den Angeklagten austauschen könnte, würde ich es tun. Aber das kann ich ja nicht." Nicht der Mann, der von ihm Fotos gemacht haben soll, gehöre auf die Anklagebank, sagte er der "Augsburger Allgemeinen" zufolge: "Die, die dahinter stehen, sollten bestraft werden."

Damit meint der Manager demnach den Reporter einer Zeitschrift, der laut Anklage 2500 Euro für die Bilder geboten haben soll. "Die gehören hierher", sagte Hoeneß laut dem Bericht. "Da wurde die Not eines Gefangenen schamlos für derart schäbige Zwecke ausgenutzt."

Hoeneß selbst hat es in der Hand, das Verfahren zu beenden: Zöge er seinen Strafantrag zurück, wäre der Prozess laut einem Gerichtssprecher vorbei.

jpz/AFP



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