Polizistin in Lebensgefahr Schießerei an S-Bahn-Station bei München - Mann festgenommen

An der S-Bahn-Station in Unterföhring sind Schüsse gefallen. Die Polizei München bestätigte, dass es mehrere Verletzte gibt. Die Lage sei unter Kontrolle.


Bei einem Schusswechsel am S-Bahnhof in Unterföhring bei München sind mehrere Menschen verletzt worden. Eine Polizistin habe lebensgefährliche Verletzungen erlitten, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München. Sie sei am Kopf getroffen worden. Auch der mutmaßliche Täter wurde demnach verletzt - und festgenommen.

Die Polizei schließt einen terroristischen Hintergrund aus. Die Ermittler gehen von einem Einzeltäter aus. Für den Schuss auf die Polizistin nutzte der Schütze wohl die Waffe eines Kollegen der 26-Jährigen. Eine Streife sei wegen eines Streits zwischen mehreren Beteiligten, von denen einer wohl ein Messer gehabt habe, zum Bahnhof gerufen worden, sagte der Polizeisprecher.

Einer der Streitenden versuchte demnach, den Polizisten ins Gleisbett zu schubsen. Das konnte der Beamte verhindern. "Danach ist eine Rauferei am Boden entstanden", sagte der Polizeisprecher. Dabei gelangte der Angreifer nach ersten Erkenntnissen an die Waffe des Mannes, von der er auch sofort Gebrauch machte und der Polizistin in den Kopf schoss. Ob die Waffe schon entsichert war, stand nicht fest.

Auch der Schütze wurde angeschossen - von der Polizistin. Unklar ist bislang, ob die 26-Jährige da schon getroffen worden war.

S-Bahnhof Unterföhring (Archiv)
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S-Bahnhof Unterföhring (Archiv)

Der mutmaßliche Täter ist nach Polizeiangaben ein 37 Jahre alter Deutscher. Der Mann stamme aus dem Raum München. Über etwaige Vorstrafen oder eine kriminelle Vergangenheit ist bislang ebenso wenig bekannt wie über weitere Hintergründe der Tat oder ein mögliches Motiv. Der Mann konnte zunächst flüchten. Einsatzkräfte stellten ihn kurz darauf an einem Bürogebäude und nahmen ihn fest.

Neben der Polizistin und dem mutmaßlichen Täter wurden bei der Schießerei auch zwei unbeteiligte Passanten getroffen - unter anderem am Arm. Sie müssen wohl über Nacht im Krankenhaus bleiben und gelten damit als schwer verletzt. Ihre Verletzungen seien aber nicht lebensbedrohlich, teilte die Polizei mit.

"Die Lage ist unter Kontrolle", sagte eine Polizeisprecherin. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, betonte sie. Der Einsatz sei inzwischen beendet. Spezialeinsatzkommandos und Hubschrauber waren vor Ort, die Beamten sperrten den S-Bahnhof ab. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Beamte sicherten das Gelände. Über Twitter informierte die Polizei die Öffentlichkeit.

Ein Sprecher der Bundespolizei München bestätigte, dass an dem Einsatz mehrere Streifen der Bundespolizei sowie Landespolizeikräfte beteiligt seien.

Am Bahnhof Unterföhring fährt die S-Bahn-Linie 8, eine der beiden Möglichkeiten, mit der Bahn zum Münchner Flughafen zu kommen. Die Strecke war auf unbestimmte Zeit gesperrt. Fluggäste auf dem Weg zum Airport oder in die Stadt mussten auf die S1 ausweichen, die in einem anderen Bogen im Nordwesten Innenstadt und Flughafen verbindet.

wit/ala/dpa/AFP

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