Angriff am S-Bahnhof Schütze von Unterföhring muss dauerhaft in die Psychiatrie

Vor fast einem Jahr entriss ein Mann einem Polizisten eine Dienstwaffe, schoss auf den Beamten und dessen Kollegin. Ein Münchener Landgericht hat nun sein Urteil verkündet.

DPA

Der Mann, der einem Polizisten am S-Bahnhof Unterföhring bei München die Dienstwaffe entrissen und dessen Kollegin damit in den Kopf geschossen hat, soll dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden. Der 38-Jährige sei zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen, urteilte das Münchner Landgericht I.

Der Mann ist bereits seit dem Vorfall im Juni 2017 in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Laut Gutachtern leidet er an einer paranoiden Schizophrenie.

Der Mann hatte zunächst einen Polizisten in Richtung einer einfahrenden S-Bahn gestoßen. Zuvor soll er sich laut Zeugen in der S-Bahn mit Selbstgesprächen auffällig benommen und plötzlich einem zugestiegenen Fahrgast mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Fahrgäste griffen ein und riefen die Polizei.

Als sich ein Beamter Notizen über den Vorfall machte, ging der Mann auf den Polizisten los. Im Gerangel griff er sich die Dienstwaffe des Beamten, schoss damit erst auf den Polizisten und dann auf dessen Kollegin, die ebenfalls feuerte.

Die Schüsse des Angreifers wertete das Gericht als versuchten Totschlag, das Stoßen in Richtung des Zugs als versuchten Mord. Der in Starnberg geborene Mann habe befürchtet, dass die beiden Polizisten ihn töten würden, und aus Angst um sein eigenes Leben gehandelt, sagte der Vorsitzende Richter Philipp Stoll zu dem Motiv. Auch in den USA soll der Schütze wegen verschiedener Delikte strafrechtlich in Erscheinung getreten sein.

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Unterföhring: Urteil zu Schüssen am S-Bahnhof

Die junge Polizistin liegt seit der Tat im Wachkoma. Zwei Passanten erlitten damals Schussverletzungen an Arm und Bein. Der Schütze wurde durch einen Schuss leicht verletzt.

kkl/dpa



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