Unterhaltsrecht Nach Scheidung muss jeder für sich selbst sorgen

Der Bundesgerichtshof verkündet in dieser Woche ein wohl wegweisendes Urteil: Wie viel wird in Zukunft von geschiedenen Müttern verlangt? Meo-Micaela Hahne, oberste Familienrichterin der Republik, spricht im SPIEGEL über die Unterhaltsrechtsreform - und den Reiz der Zweitehe.


Hamburg - Die Vorsitzende des Senats für Familienrecht des Bundesgerichtshofs (BGH), Meo-Micaela Hahne, weist darauf hin, dass seit der Reform des Unterhaltsrechts "beim Scheitern der Ehe im Prinzip jeder selbst für sein Fortkommen sorgen" müsse; eine "Garantie des ehelichen Lebensstandards" und "dauerhafte Abfederung des eigenen Unterhalts" gebe es nun nicht mehr, erklärte die oberste Familienrichterin der Republik im SPIEGEL-Interview.

Bei der Bemessung der Dauer und Höhe des Betreuungsunterhalts müssten die Gerichte künftig auf "individuelle Umstände" achten, statt den Unterhalt, wie bisher, nur am Kindesalter auszurichten, sagte Hahne.

Dort, wo es möglich ist, sei eine Mutter aber "gehalten", ihr Kind in den Ganztageskindergarten zu geben und einer eigenen Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Dabei müsse eine Mutter nicht sofort Vollzeit arbeiten, sobald ihr Kind drei Jahre alt sei, stattdessen müsse es einen "schrittweisen Übergang" von der Kinderbetreuung ins Berufsleben geben, so Hahne.

Wenn die Mutter "Kita und Job in der Nähe hat", könne man ihr unter Umständen aber "schon zumuten, dass sie, wenn das Kind sieben oder acht Jahre alt, normal und gesund ist, eine Ganztagestätigkeit übernimmt".

Auf die Frage, ob nun geschiedene Mütter schlechter- oder ledige Mütter bessergestellt seien, nachdem der Gesetzgeber beide bei der Dauer des Betreuungsunterhalt faktisch gleichgestellt hat, sagte Hahne mit Blick auf die Entwicklung der Rechtsprechung: "Es pendelt sich voraussichtlich in der Mitte ein."

han

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Forum - Ehe - ist das neue Unterhaltsrecht fairer als das alte?
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Meerkönig 14.03.2009
1.
Zitat von sysopDer Streit ums Geld nach der Ehescheidung sollte mit dem neuen Unterhaltsrecht geschlichtet werden. Ist die neue Regelung fairer als die alte?
Da dieser Staat mit seiner Lobbyistenpolitik alles ausbeutet und ausnutzt, was irgendwie zu packen ist, sollte sich jedes Paar überlegen, ob der Staat für ein gemeinsames Zusammenleben überhaupt gerechte Regularien erstellt. Die Leute die heute heiraten laufen diesem Staat doch in die Falle. Das Kapital hat dann über diesen Staat immer die Möglichkeit mindestens 2 Leute an den Arsch zu packen, wenn etwas schief geht. Seit 25 Jahre lebe ich mit meiner Partnerin zusammen, haben 3 Kinder großgezogen, die alle vor dem Abitur stehen und fürstlich erben werden. Alles ohne Trauschein und lächerliche Eheringe mit dem Vorteil, dass ich später meine Rente auf Grund meiner Zwangsbeiträge erhalte und meine Partnerin Hartz 4 zu ihrer kleinen Rente, da sie sich um die Kinder kümmern musste. Staatlich verehelichte Frauen bekommen im Alter nichts!!! Und was für ein Wunder, ohne Trauschein und ohne das meine Partnerin meinen Namen trägt, weiß ich immer noch wo sie wohnt, wer sie ist und wie sie ist. Die menschenfeindliche Wirtschafts-und Sozialpolitik hat dazu geführt das alle sog. Ehefrauen arbeiten müssen, da die Ehemänner 1 Eurojobs haben oder viel niedriger bezahlt werden als früher (Kaufkraft).Es gab die grünen Witwen, die die Möglichkeit hatten tagsüber andere Partner zu wählen, und damit zusätzlich Kinder zeugten. Die Geburten betrug 2 und mehr. Heute sitzen die Damen alle im Büro oder stehen am Fließband. Frau von der Leyen wundert sich nun über eine Geburtenraten von glaube ich 1,2 und schickt die Frauen wieder nach Hause zwecks Erhöhung der Geburtenrate (Elterngeld) Nur zum Lachen!
kleiner-moritz 14.03.2009
2.
Zitat von MeerkönigDa dieser Staat mit seiner Lobbyistenpolitik alles ausbeutet und ausnutzt, was irgendwie zu packen ist, sollte sich jedes Paar überlegen, ob der Staat für ein gemeinsames Zusammenleben überhaupt gerechte Regularien erstellt. Die Leute die heute heiraten laufen diesem Staat doch in die Falle. Das Kapital hat dann über diesen Staat immer die Möglichkeit mindestens 2 Leute an den Arsch zu packen, wenn etwas schief geht. Seit 25 Jahre lebe ich mit meiner Partnerin zusammen, haben 3 Kinder großgezogen, die alle vor dem Abitur stehen und fürstlich erben werden. Alles ohne Trauschein und lächerliche Eheringe mit dem Vorteil, dass ich später meine Rente auf Grund meiner Zwangsbeiträge erhalte und meine Partnerin Hartz 4 zu ihrer kleinen Rente, da sie sich um die Kinder kümmern musste. Staatlich verehelichte Frauen bekommen im Alter nichts!!! Und was für ein Wunder, ohne Trauschein und ohne das meine Partnerin meinen Namen trägt, weiß ich immer noch wo sie wohnt, wer sie ist und wie sie ist. Die menschenfeindliche Wirtschafts-und Sozialpolitik hat dazu geführt das alle sog. Ehefrauen arbeiten müssen, da die Ehemänner 1 Eurojobs haben oder viel niedriger bezahlt werden als früher (Kaufkraft).Es gab die grünen Witwen, die die Möglichkeit hatten tagsüber andere Partner zu wählen, und damit zusätzlich Kinder zeugten. Die Geburten betrug 2 und mehr. Heute sitzen die Damen alle im Büro oder stehen am Fließband. Frau von der Leyen wundert sich nun über eine Geburtenraten von glaube ich 1,2 und schickt die Frauen wieder nach Hause zwecks Erhöhung der Geburtenrate (Elterngeld) Nur zum Lachen!
Fürstlich erben? Im Falle von Nichtverheirateten kann das nur der Nachwuchs -der LAP (Lebensabschnittspartner) nicht. Der ist wie jeder andere wildfremd. H4 gibts auch nur dann, wenn man getrennt lebt. Ansonsten ist man eine bedarfsgemeinschaft. Persönlich halte ich nichts von Leuten, die dauerhaft auf "Partner" machen. Ich halte das für eine gewisse Art Unreife, die sich als Angst vor Verantwortung äußert!
JeremiahRose 15.03.2009
3.
Der BGH holt eine überfällige Entscheidung nach: Die Unterstützung der Patchwork-Familie. Die Emanzipation schlägt schließlich in beide Richtungen aus, insofern halte ich die Regelung für gut, dass sie beide Partner dazu bringt, für sich selbst zu sorgen und es erleichtert, eine neue Familie zu gründen.
st_anja 15.03.2009
4.
frauen werden ja nachweislich immer noch wesentlich schlechter bezahlt wie die männer - selbst für diesselben jobs. gut bezahlte positionen sind auch in den meisten fällen den männern vorbehalten. wenn es dann um die entscheidung von ehepartnern geht, wer die kinder betreut, macht das, aus finanziellen gründen natürlich die frau. die ist dann jahrelang aus dem job raus und hat es doppelt so schwer einen job zu finden, der vernünftig bezahlt wird. einen karriere kann sie eh abhaken. die wenigsten arbeitgeber finden es toll, wenn eine frau kinder an der backe hat. ganz egal, ob die in der kinderbetreuung sind. die werden krank usw. diese erfahrung mach ich jeden tag in der arbeitswelt und die aussichtslosigkeit der geschiedenene frauen mit kindern, die ich kenne ist erschreckend. sie betreuen noch die kinder, bekommen nur befristete oder aushilfsjobs (obwohl sie mal studiert haben) und der geschiedenen ehemann macht weiter karriere. diese frauen leben am existenzminimum und der geschiedene mann in einem nobel-apartment. wenn ein mann, halbtags arbeiten möchte, weil er sich mit der frau die kindererziehung teilen möchte, wird die halbe arbeitszeit vom arbeitgeber nicht akzeptiert. bei frau gibt es bei demselben arbeitgeber aber keine einwände. wenn die politik sowas wirklich propagiert ist es nur logisch, dass frau im beruf bleibt und sich den kinderwunsch aus dem kopf schlägt. solange frauen in deutschland in der arbeitswelt nicht im geringsten gleichberechtigt sind, ist das was die politik hier von siech gibt und beschliesst gnadenloser blödsinn.
Rainer Eichberg 15.03.2009
5.
Ich verstehe den Artikel leider nicht. Wieso wird darin lediglich auf Ehen eingegangen, in denen Kinder vorhanden sind? Was ändert sich im Unterhaltsrecht bei Ehen, in denen keine Kinder vorhanden sind?
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