Urteil in Hamburg: Messerstecher muss in Psychiatrie

Mit mehr als 180 Messerstichen tötete ein Mann in einem Hamburger Hotel eine Amerikanerin - nun muss der Angeklagte dauerhaft in die Psychiatrie. Er sei für die Allgemeinheit weiter gefährlich, sagte der Richter.

Hamburg - Mehr als sieben Monate nach dem Tod einer amerikanischen Touristin in Hamburg hat das Landgericht den Täter lebenslang in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. "Falls erforderlich, wird er sein ganzes Leben in der geschlossenen Einrichtung verbringen", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Backen in seiner Urteilsbegründung.

Mit einem Taschenmesser hatte der 27-jährige Tourist aus Griechenland Ende August 2011 auf die junge Frau eingestochen. Anschließend habe er die 23-Jährige verstümmelt, sagte Backen. Einzelheiten wolle er nicht nennen. "Es war wie in einem schlechten Horrorfilm."

Nach Angaben des Gerichts leidet der Täter an einer paranoiden Schizophrenie, weshalb er zum Tatzeitpunkt als schuldunfähig galt. Für die Allgemeinheit sei er weiter gefährlich.

Vor Gericht hatte der Mann zu den Vorwürfen geschwiegen. Bei einem psychiatrischen Gutachter hatte er jedoch Angaben gemacht und eine Art Geständnis abgelegt. Der 27-Jährige stand wegen Mordes aus Grausamkeit vor Gericht; rechtlich werteten die Richter die Bluttat jedoch als Totschlag.

Gleich zum Auftakt des Verfahrens Anfang März hatte das Gericht die Öffentlichkeit zum Schutz des Mannes ausgeschlossen. Zuhörer und Medienvertreter durften erst zum Urteil wieder in den Gerichtssaal kommen.

jbr/dapd

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