Urteil Hohe Haftstrafen für Aachener Ausbrecher

Die Aachener Gefängnisausbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski sind zu hohen Haftstrafen und Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Damit werden sie voraussichtlich den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen.

Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski im Gerichtssaal des Landesgerichts in Aachen
dapd

Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski im Gerichtssaal des Landesgerichts in Aachen


Aachen - Das Landgericht Aachen hat den spektakulären Ausbruch von zwei Schwerverbrechern aus dem Aachener Gefängnis mit hohen Haftstrafen geahndet. Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski wurden am Mittwoch zu zehneinhalb beziehungsweise zehn Jahren Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Ein mitangeklagter Vollzugsbeamter erhielt als Fluchthelfer eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten.

Die Staatsanwaltschaft hatte für Michalski 13 und für Heckhoff zwölf Jahre Gefängnis beantragt. Für den Justizbeamten forderten die Ankläger sieben Jahre Haft.

Der Ausbruch der beiden als brutal und rücksichtslos eingestuften Gangster hatte im Herbst 2009 ganz Deutschland in Atem gehalten. Die beiden Männer nahmen während ihrer fünftägigen Flucht fünf Menschen als Geiseln, die aber unverletzt blieben. Die Ausbrecher wurden in Schermbeck (Kreis Wesel) gefasst.

Peter Paul Michalski, 47, hat sich selbst einmal zynisch als Berufsverbrecher bezeichnet, sieht sich gleichzeitig aber auch als Opfer des Justizsystems. Er sitzt seit 22 Jahren im Gefängnis, fast die Hälfte davon hat er in Isolationshaft verbracht - ohne jeden Kontakt zu anderen Gefangenen.

Michael Heckhoff, 52, hat fast sein ganzes Erwachsenenleben im Gefängnis verbracht, 33 Jahre mit insgesamt elf Monaten Unterbrechung. Er saß ein wegen Diebstahls, Banküberfällen und versuchten Mordes während einer Geiselnahme im Gefängnis mit Schwerverletzten. Gutachtern zufolge ist er nicht zur Empathie fähig, sondern verfolgt rücksichtslos seine Interessen. Die Flucht im November 2009 war nach seinen Worten als Abschiedsbesuch in seiner Heimatstadt Mülheim an der Ruhr geplant. Anschließend - so behauptet er wenigstens - hätte er sich von der Polizei erschießen lassen wollen.

ala/AFP/dpa

insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
hilfloser, 09.02.2011
1. Schon Krass
Zitat von sysopDie Aachener Gefängnisausbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski sind zu hohen Haftstrafen und Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Damit werden sie voraussichtliche den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,744468,00.html
wenn man die Beiden so auf der Straße sehen würde würde man denken: Nette, sympathische, wohlversorgte Durchschnittsbürger. Vollkommen unauffällig eben. Und hinter der Fassade..... Da kann einem manchmal Angst und Bange werde wenn man sich vorstellt was so in einigen Gehirnen abgeht.
thunderhand 09.02.2011
2. sicherungsverwahrung
Zitat von sysopDie Aachener Gefängnisausbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski sind zu hohen Haftstrafen und Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Damit werden sie voraussichtliche den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,744468,00.html
wird in deutschland anscheinend verteilt wie in armen staaten reis an bedürftige. kein wunder, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sich einmischt, wenn die nun sogar für ausbrecher verhängt wird. selbst spieler bekommen sie, es ist nur eine frage der zeit, wann sie generell bei jeder straftat verhängt wird. sicherheitsverwahrung darf nur bei wirklicher bedrohung gegen sesualstraftäter und mörder aber nicht so willkürlich wie hier mit der gießkanne verteilt werden. es ist ein skandal, wie in deutschland mit dem recht verfahren wird
GyrosPita 09.02.2011
3.
Gutes Urteil, Deckel drauf und fertig. Die beiden haben in ihrem Leben genug Mist gebaut, weitere Gelegenheiten sollte man denen nicht geben. Für den JVA-Angestellten hätten es ruhig ein paar Jahre mehr sein dürfen, ein solcher Fall von Pflichtvergessenheit dürfte einmalig sein. Schön auch, daß RA Dietz mit seiner unerträglichen Art einmal mehr gescheitert ist. So, und jetzt räume ich das Feld für die üblichen Verdächtigen, die hier beklagen wie pöse man mit diesen armen Jungs umspringt und gaaaaaar nicht mehr den Menschen in ihnen sieht...
thunderhand 09.02.2011
4. angst und bange
Zitat von hilfloserwenn man die Beiden so auf der Straße sehen würde würde man denken: Nette, sympathische, wohlversorgte Durchschnittsbürger. Vollkommen unauffällig eben. Und hinter der Fassade..... Da kann einem manchmal Angst und Bange werde wenn man sich vorstellt was so in einigen Gehirnen abgeht.
wird mir höchstens bei den urteilen, die die deutsche justiz verhängt- bald gibts sicherungsverwagrung für falschparker, damit wird inzwischen schindluder getrieben. ist ja wirklich bald jeder straftäter davon bedroht, wenn dem gericht das gesicht nicht passt...
GyrosPita 09.02.2011
5.
Zitat von thunderhandwird in deutschland anscheinend verteilt wie in armen staaten reis an bedürftige. kein wunder, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sich einmischt, wenn die nun sogar für ausbrecher verhängt wird. selbst spieler bekommen sie, es ist nur eine frage der zeit, wann sie generell bei jeder straftat verhängt wird. sicherheitsverwahrung darf nur bei wirklicher bedrohung gegen sesualstraftäter und mörder aber nicht so willkürlich wie hier mit der gießkanne verteilt werden. es ist ein skandal, wie in deutschland mit dem recht verfahren wird
Genau solche Beiträge meinte ich. Haben Sie sich mal eingehend mit den Lebensläufen der beiden beschäftigt? Die Jungs haben keine Lollis geklaut, sondern schwerste Straftaten begangen unter denen ihre Opfer ihr ganzes Leben lang leiden. Ich bin froh das die weg vom Fenster sind.
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