Urteil in Berlin Igel in der Wohnung rechtfertigen Kündigung

Eine Frau aus Berlin hat über längere Zeit eine Igel-Pflegestation in ihrer Wohnung betrieben. Die Nachbarn beschwerten sich über den Wildtier-Geruch im Haus - am Ende erhielt die Igel-Freundin die Kündigung. Zu Recht, wie nun ein Gericht urteilte.

Igel: Dürfen nicht ohne Weiteres in der Wohnung gehalten werden
DPA

Igel: Dürfen nicht ohne Weiteres in der Wohnung gehalten werden


Berlin - Igel sind keine Haustiere. Daher dürfen sie auch nicht ohne Weiteres in Wohnungen gehalten werden. Wer das nicht akzeptieren will, riskiert eine Kündigung. Denn in diesem Fall verletzt der Mieter seine vertraglichen Pflichten, entschied das Amtsgericht Berlin-Spandau (Az.: 12 C 133/14).

In dem verhandelten Fall hatte eine Mieterin in ihrer Wohnung verletzte Igel zeitweise aufgenommen und gesund gepflegt. Die Frau hielt stets mehrere Tiere in den Räumen. Nachbarn beschwerten sich allerdings über den Wildtiergeruch. Daher sprach die Vermieterin eine Abmahnung aus. Weil die Frau weiterhin die Igel in ihrer Wohnung pflegte, wurde der Mietvertrag schließlich gekündigt.

Zu Recht, wie das Amtsgericht befand: Igel zählten nicht zu den typischen Haustieren, sondern seien Wildtiere. Daher könnten für sie auch nicht die Regeln der Kleintierhaltung gelten. Eine übermäßige Tierhaltung könne vielmehr zur Belästigung der Nachbarn führen, denn es sei nicht abwegig, dass der Geruch in die Wohnungen anderer Hausbewohner dringe. Da die Mieterin die Beschwerden der Nachbarn ignoriert habe und auch sonst uneinsichtig sei, sei eine Kündigung gerechtfertigt.

jbe/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.