Urteil in der Schweiz Keine Strafe für Schüsse auf den Vater

Fünfmal schoss Fabienne Z. auf ihren Vater, dann verblutete er. Ein Schweizer Gericht sprach die junge Frau nun frei: Gegen den gewalttätigen Mann habe sie keine andere Chance gehabt.


Horgen - Sie erschoss ihren Vater, muss für die Tat aber nicht ins Gefängnis: Ein Gericht in der Schweiz hat eine heute 24-jährige Frau freigesprochen. Die Richter in Horgen bei Zürich werteten die Tat als Notwehr. Die Täterin bekommt eine Haftentschädigung von rund 30.000 Franken. Sie hatte die Tat gestanden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Fabienne Z. 2009 bei einem körperlichen Angriff ihres rund 150 Kilogramm schweren Vaters nur überlebte, weil sie die Schüsse abgab. Der Mann, der auch Kampfsportler war, hatte ihr zum wiederholten Male im angetrunkenen Zustand gedroht, sie mit einem einzigen Faustschlag zu töten.

Zur Tatzeit hielt sich Fabienne Z. mit ihrem aufgebrachten Vater in ihrem Zimmer auf, aus dem sie nicht fliehen konnte. Die Pistole hatte sie zuvor legal erworben, weil sie bereits einmal überfallen worden war. Eine andere Möglichkeit der Gegenwehr habe sie nicht gehabt, urteilte das Gericht.

Die Frau gab glaubhaft an, zuvor noch nie mit einer Waffe geschossen zu haben. Sie gab fünf Schüsse auf ihren Vater ab, der dann verblutete. Der Staatsanwalt hatte sieben Jahre Haft gefordert.

jbr/dpa



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