Urteil in Miami: Polo-Magnat darf Freundin nicht adoptieren

Prozess in Miami: Der Fall John Goodman Fotos
AP/ Palm Beach Post

Mit der Adoption seiner Freundin wollte Polo-Magnat John Goodman aus Florida sein Vermögen vor Schadensersatzforderungen schützen. Auch im Streit mit seiner Ex-Frau sollte der Plan helfen - aber nun hat ein Gericht ihn durchkreuzt.

Miami - John Goodman - ein Geschäftsmann aus Florida, nicht der Schauspieler gleichen Namens - hat gleich mehrere Probleme. Im Februar 2010 überfuhr er mit seinem Bentley betrunken den 23-jährigen Scott Wilson. Der junge Mann starb, seine Familie verklagte Goodman auf Schadensersatz. Goodman wurde im März 2012 wegen Totschlags zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Zudem stritt sich Goodman mit seiner Ex-Frau Carroll um den millionenschweren Treuhandfonds für die beiden gemeinsamen Kinder. Multimillionär Goodman, seit vier Jahren mit seiner Freundin Hesther Hutchins liiert, fasste einen Plan: 2011, während er auf den Prozess wegen Wilsons Tod wartete, adoptierte er Hutchins. Dies wurde im Oktober 2011 gerichtlich anerkannt.

Damit hatte die 42-jährige Hutchins als Goodmans Adoptivtochter Zugang zum Fonds seiner leiblichen Kinder; gleichzeitig war es eine Möglichkeit, sein Vermögen vor der Schadensersatzklage zu schützen.

Laut "Miami Herald" sollte Hutchins insgesamt 16,75 Millionen Dollar erhalten - 5 Millionen für ihre Unterschrift, 3 Millionen bis zum Ende des Jahres 2012 und weitere 8,75 Millionen verteilt über die kommenden Jahre. Das gehe aus Gerichtsunterlagen hervor, berichtete die Zeitung. Goodmans Anwälte behaupten, ihre Mandantin habe durch die Adoption lediglich helfen wollen, das Geld seiner Kinder zu verwalten.

Gericht wertete die Adoption als Betrug

Die Adoption schien aus Goodmans Sicht eine geniale Idee. Deswegen sorgte der außergewöhnliche Fall in den USA für Schlagzeilen - aber auch, weil Goodman Gründer des "International Polo Club Palm Beach" ist, einer Adresse für die bessere Gesellschaft Südfloridas.

Nun hat ein Gericht in Miami den Plan durchkreuzt. Carroll Goodman hatte gegen das Manöver ihres Ex-Mannes geklagt - und bekam nun Recht. Das Gericht wertete die Adoption als Betrug. Sie sei nichtig, entschied es. Goodman habe seine leiblichen Kinder, seine Ex-Frau und Wilsons Familie erst über die Adoption informiert, nachdem diese gerichtlich anerkannt worden und die Einspruchsfrist für seine Ex-Frau Carroll verstrichen sei.

Selbst wenn die Sache an sich nicht so verwerflich wäre, stehe die Adoption einer Liebhaberin so stark im Gegensatz zum eigentlichen Zweck, dass die Anerkennung der Adoption niemals aufrecht erhalten werden könne, schrieb Richter Alan Schwartz.

John Goodman hat nun immer noch zwei Probleme. An den Fonds seiner leiblichen Kinder kommt er vorerst nicht heran. Er konzentriert sich erst einmal auf seine Haftstrafe. Mit seinem Anwalt Roy Black will Goodman sie anfechten.

ulz

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Was ist denn ein Polo-Magnat
Grafsteiner 28.03.2013
Polo ist ein Reitspiel, also mit Spielern und nicht mit Magnaten. Und dass jemand mit der Produktion von Polobällen reich geworden wäre (ein Markt von vielleicht 20.000 Bällen jährlich) wage ich zu bezweifeln. Was soll der Unsinn?
2.
keinhandy 28.03.2013
Ein Mensch ist tot und der Täter interessiert sich nur für sein eigenes Vermögen. Na ja, wenigstens theoretisch gibt's da noch richtige Haftstrafen für betrunkene Autofahrer, die Menschen töten.
3. Ach Gott
vogtnuernberg 28.03.2013
Ach Gott, in Deutschland werden täglich Kinder adoptiert, um das eigene Vermögen steuerfrei zu vererben oder zu übertragen... Und wenn man als Kind von 8 bis 21 bis Pflegeeltern gewohnt hat, vorher im Kinderheim war und seinen Vater nie gesehen hat, dann verweigern Deutsche Gerichte die Volladoption mit dem Hinweis auf berechtigte Unterhaltsansprüche des Vaters, der sich nie hat sehen lassen. Da reicht es dann von dessen Seite zu behaupten, dass er ja die Absicht gehabt hätte, aber man ihn nicht gelassen habe. Beweise gibt es ja nicht mehr.
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