Urteil Lebenslang für den "Brummi-Mörder"

Der sogenannte "Brummi-Mörder" Marco M. ist wegen Mordes und Mordversuchs in vier Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Limburg stellte bei dem Lastwagenfahrer außerdem die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete Sicherungsverwahrung an.


Limburg - Damit hat der 29-Jährige auf Jahrzehnte keine Chance mehr, in Freiheit zu kommen. Die Vorsitzende Richterin Karin Walter sagte, was den Täter zu seinen Verbrechen getrieben habe, sei auch im Prozess unklar geblieben: "Fest steht, dass er unendliches Leid über viele Familien gebracht hat, einschließlich seiner eigenen."

"Brummi-Mörder" Marco M.: Das Landgericht Limburg verurteilte ihn zu lebenslange Haft plus Sicherungsverwahrung
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"Brummi-Mörder" Marco M.: Das Landgericht Limburg verurteilte ihn zu lebenslange Haft plus Sicherungsverwahrung

Marco M. vergrub während der Urteilsverkündung das Gesicht in den Händen, nahm das Urteil ansonsten aber regungslos auf. Die Richterin verwies darauf, dass der Verurteilte zwischen November 2003 und Juli 2006 insgesamt vier Frauen überfiel, um sich sexuell an ihnen zu vergehen. Drei der Opfer erwürgte oder erdrosselte er. Ein viertes Opfer, die Prostituierte Asta J., überlebte im Oktober 2004 mit lebensgefährlichen Verletzungen.

Walter beschrieb den 29-Jährigen als Mann, der ein scheinbar normales Leben geführt habe. Er sei in geordneten Verhältnissen groß geworden, habe nie Probleme gehabt, mit Frauen Kontakt aufzunehmen, und habe mit diesen in normalen Beziehungen gelebt.

Daneben habe der Fernfahrer jedoch brutalste Verbrechen verübt, sagte Walter. Er habe die Frauen überfallen, um über ihren Körper zu verfügen, und sie anschließend ermordet oder dies zumindest versucht. Dabei sei er höchst planmäßig vorgegangen und habe nichts dem Zufall überlassen.

Das Gericht stellte bei dem Verurteilten eine hohe Tötungsbereitschaft und eine hohe Bereitschaft zum Begehen von aggressiven Sexualstraftaten fest. Die Kammer habe daher Sicherungsverwahrung angeordnete, um die Gesellschaft vor einem Rückfall des Verurteilten zu schützen, sagte die Vorsitzende.

Anzeichen für eine verminderte Schuldfähigkeit lägen nicht vor. Strafverteidiger Jochen Hentschel kündigte nach dem Urteil an, er werde im Namen seines Mandanten eine Revision zum Bundesgerichtshof prüfen. Marco M. sei von dem Urteil nicht überrascht gewesen. Die Verteidigung habe ihn auf diesen Ausgang des Prozesses vorbereitet. Mit dem Urteil folgte das Limburger Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft sowie der meisten Nebenkläger. Die Verteidigung hatte dagegen auf eine verminderte Schuldfähigkeit des 29-Jährigen plädiert und sich für eine Unterbringung in der Psychiatrie ausgesprochen.

jjc/AP



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