Urteil: Sicherungsverwahrung für sadistischen Vergewaltiger

Er hat zwei junge Frauen in seine Gewalt gebracht, geschlagen, gedemütigt und mehrmals vergewaltigt. Dafür muss ein einschlägig vorbestrafter Sexualverbrecher 14 Jahre und sechs Monate in Haft. Das Landgericht Nürnberg-Fürth ordnete zudem Sicherungsverwahrung für den Mann an.

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Angeklagter vor Gericht: Mehr als 14 Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung

Nürnberg - Ein einschlägig vorbestrafter Sexualverbrecher muss vermutlich den Rest seines Lebens im Gefängnis und in Sicherungsverwahrung verbringen. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte den 50-Jährigen am Freitag zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft. Zudem ordnete die Kammer eine anschließende Sicherungsverwahrung an. Der Mann hatte zwei Frauen entführt und vergewaltigt.

"Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn noch keinen Fall erlebt, bei dem die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung so klar gegeben waren", sagte der Vorsitzende Richter. Das Urteil entspricht den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenklägerinnen an. Die Verteidigung hatte auf einen eigenen Strafantrag verzichtet.

Der 50-Jährige hatte zugegeben, am 12. und 18. Oktober 2010 eine heute 21-Jährige und eine 23-jährige Krankenschwester auf Parkplätzen in Nürnberg und Neumarkt mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Pistole in seine Gewalt gebracht zu haben. Anschließend misshandelte er die Frauen mit einem Gürtel schwer und zwang sie immer wieder zu Sex mit ihm. Das erste seiner Opfer entließ er nach etwa zwei Stunden, die 23-Jährige war 22 Stunden in seiner Gewalt.

"Ein sehr hohes Risiko für die Allgemeinheit"

Er verschleppte die Krankenschwester bis nach Glücksburg an der Ostsee. Vor Gericht hatte die junge Frau geschildert, wie sie dort in Todesangst den Einfall hatte, einen Asthmaanfall vorzutäuschen, als ihr Passanten entgegengekommen seien. Diese alarmierten den Rettungsdienst, der sie in Sicherheit brachte. Ihr Peiniger fuhr daraufhin nach Gotha, wo er später gefasst wurde. Verurteilt wurde er neben Vergewaltigung auch wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung.

Der 50-Jährige habe für frühere Taten viele Jahre im Gefängnis verbracht und sei psychotherapeutisch behandelt worden, sagte der Vorsitzende Richter. Er habe Methoden gelernt, um seine Gewaltfantasien in den Griff zu bekommen.

All das habe ihn aber nicht davon abgehalten, nur elf Monate nach seiner Entlassung auf Bewährung aus der Psychiatrie erneut Verbrechen zu begehen. Er habe eine schwere sadistische Persönlichkeitsstörung, sei pervers und stelle ein sehr hohes Risiko für die Allgemeinheit dar. Das Gericht habe daher "ernsthafte Zweifel" daran, dass eine Haftstrafe ausgereicht hätte. Der Fall zeige, wie wichtig das Instrument der Sicherungsverwahrung sei.

wit/dpa/dapd

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