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Urteil: Teenager töten vermeintlichen Kinderschänder - hohe Haftstrafen

Sie schlugen, traten und erdrosselten ihr Opfer: Wegen der Ermordung eines vermeintlichen Kinderschänders hat das Landgericht Dessau-Roßlau zwei junge Männer aus Wittenberg in Sachsen-Anhalt zu hohen Jugendstrafen verurteilt.

Dessau-Roßlau - Gegen einen zum Tatzeitpunkt 17-Jährigen wurde eine Freiheitsstrafe von neun Jahren verhängt. Der ein Jahr ältere Mittäter wurde zu acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Höchststrafe nach Jugendstrafrecht beträgt zehn Jahre.

Das Strafmaß liegt etwas unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die neun Jahre und acht Monate beziehungsweise neun Jahre Jugendstrafe gefordert hatte. Die Verteidiger beantragten, die Angeklagten vom Mordvorwurf freizusprechen. Die Verteidigung des 18-Jährigen plädierte auf Freispruch und die des 17-Jährigen für ein milderes Urteil.

Die Jugendlichen hatten ihren 25-jährigen Mitbewohner am 18. Februar dieses Jahres auf dem Gelände eines Wittenberger Wohnheims vorgeworfen, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Seine Unschuldsbeteuerungen waren vergeblich.

Die Täter schlugen und traten ihn immer wieder und erdrosselten ihn mit einem in ein Handtuch geknoteten Besenstiel. Die Leiche des Opfers transportierten sie in einer Mülltonne auf einen Feldweg. Dort wurde sie zehn Tage später von einem Passanten gefunden. Die Täter hatten nur zugegeben, sie hätten dem 25-Jährigen einen Denkzettel verpassen wollen, weil er Kinder missbrauche.

jdl/AP

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