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Sparprogramm: US-Behörden entlassen Tausende Häftlinge vorzeitig

Tausende Insassen von US-Bundesgefängnissen sollen vor Ablauf ihrer Haftstrafen freigelassen werden. Der Grund: Die Strafvollzugsanstalten sind angehalten zu sparen und die Zahl der Häftlinge zu verringern.

US-Präsident Obama inspiziert ein Gefängnis in El Reno, Oklahoma Zur Großansicht
REUTERS

US-Präsident Obama inspiziert ein Gefängnis in El Reno, Oklahoma

Im November sollen die ersten 5500 Insassen von US-Bundesgefängnissen vorzeitig entlassen werden. Langfristig könnten Zehntausende von der neuen Regelung profitieren. Der zuständige US-Ausschuss hatte im vergangenen Jahr bewilligt, dass wegen Drogendelikten verhängte Strafen rückwirkend verkürzt werden können - im Durchschnitt um ein Viertel.

Dem neuen Programm zufolge entscheidet ein Richter im Einzelfall darüber, ob eine vorzeitige Freilassung möglicherweise die öffentliche Sicherheit gefährden könne. Die Mehrzahl der betroffenen Häftlinge sitzt bereits zehn Jahre oder länger ein.

Dem US-Justizministerium zufolge liegt die Zahl der möglichen Entlassungen in den kommenden Jahren bei geschätzt 40.000. Etwa die Hälfte der US-Gefangenen wurde wegen Drogendelikten inhaftiert.

Kritiker bemängeln seit Langem die Ungleichheit der Urteile in diesen Fällen, die auf den Kampf gegen Crack und Kokain in den Achtzigerjahren und entsprechend rigide Strafen zurückzuführen ist. Damals waren nach einer Welle von Verbrechen strenge Richtlinien für die Bestrafung von Drogenkriminellen erlassen worden. US-Präsident Barack Obama bemüht sich darum, die Gefängnisse zu leeren, die als Folge des früheren rigorosen Vorgehens völlig überfüllt sind.

In den USA sitzen 2,2 Millionen Menschen hinter Gittern - das sind 25 Prozent der Häftlinge auf der gesamten Welt. Ein Drittel der Menschen, die voraussichtlich zwischen dem 30. Oktober und dem 2. November aus Bundesgefängnissen entlassen werden sollen, sind Ausländer, die abgeschoben werden sollen.

ala/AP/dpa

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