Drogenschmuggel-Rekord in Kalifornien Grenze mit Keller

An diese Woche werden Fahnder an der US-Grenze zu Mexiko noch lange denken: Ihnen gelangen rekordverdächtige Drogenfunde. Für Verblüffung sorgte vor allem die Entdeckung, wie großzügig die Grenze stellenweise unterkellert ist.

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ICE

Die zurückliegende Woche lief nicht schlecht für die Fahnder entlang der US-Grenze zu Mexiko. Die Gesamtinventur dessen, was den diversen Behörden so alles ins Netz ging, ist wegen der Masse der Fälle nicht leicht. Da tut man gut daran, sich auf einzelne Themen zu konzentrieren - wie beispielsweise Cannabis: Allein die Behörde U.S. Customs and Border Protection, eine Abteilung der Homeland Security, fing in der letzten Februarwoche 27.253 Kilogramm Marihuana und andere Haschisch-Produkte ab.

27 Tonnen Rauchkraut für einen eigentlich schrumpfenden Markt, denn erste US-Bundesstaaten haben Marihuana in den letzten Monaten legalisiert. Auf das Ausmaß des Drogenschmuggels entlang der Grenze zu Mexiko scheint das jedoch noch keinen Einfluss genommen zu haben, denn gleich zwei Zugriffe der letzten Woche waren rekordverdächtig.

Am Freitag hielten Fahnder im kalifornischen Otay Mesa, einem an Mexiko grenzenden Vorort von San Diego, einen Laster an, der vorgeblich Matratzen transportierte. Die waren allerdings kleiner als üblich und prall gefüllt - mit 15 Tonnen Marihuana. Es war der größte Drogenfund aller Zeiten an Kaliforniens Grenze und der zweitgrößte, der je an irgendeiner US-Grenze gemacht wurde.

Eine andere Art von Bodenschatz

Für die Fahnder war das der krönende Abschluss einer Woche, die am Montag mit einer bizarren Entdeckung begonnen hatte.

Fahnder der U.S. Customs and Border Protection hielten zusammen mit Beamten der Einwanderungsbehörde in Naco, Arizona, einen Transporter an, der rund 2300 Kilogramm Marihuana geladen hatte. Interessant wurde die Sache, als die Beamten den Weg des Lasters zurück verfolgten: Sie landeten auf einer Farm am Ortsrand und dort in einer Scheune.

Und die hatte - entgegen der sonst in den USA üblichen Bauweisen - sogar einen richtigen Keller. Der Tunnel war zwar schmal, aber über 300 Meter lang, mit Ausgängen in Arizona und Mexiko.

Auch das markierte einen Rekord. Der mannshohe, professionell armierte Gang war fast doppelt so lang wie die bis dahin längste "Unterkellerung" der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Die ist im Wortsinn löchrig: In den letzten zehn Jahren entdeckten die Fahnder über 80 solcher Schmuggeltunnel, die meisten davon in Arizona und Kalifornien.

Bei der Arbeit unter Tage waren offenbar Profis am Werk. Wie in einem Bergwerk verfügte der Tunnel über ein Frischluft-Gebläse, um Luftprobleme bei den Marihuana-Schleppern zu verhindern. Der Zugang auf US-Seite verfügte zur weiteren Arbeitserleichterung über einen hydraulischen Lastenheber. Neben den zwei Fahrern des Drogentransports nahmen die Fahnder auch einen Mann fest, den sie auf der durchsuchten Farm antrafen.

Drogenschmuggeltunnel in Arizona

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