Serienmörder: Keine Gnade für Sektenführer Charles Manson

Nächste Chance 2027: Auch das 12. Gnadengesuch von Charles Manson ist abgelehnt worden. Der Mörder kann erst mit 92 Jahren seinen nächsten Antrag stellen. Selbst dann halten Experten eine Freilassung für unwahrscheinlich.

Charles Manson: Seit mehr als 40 Jahren in Haft Zur Großansicht
REUTERS/ CDCR

Charles Manson: Seit mehr als 40 Jahren in Haft

Hamburg - Der US-Sektenführer und Mörder Charles Manson bleibt weiter hinter Gittern - vermutlich für den Rest seines Lebens. Die Strafvollzugsbehörde von Kalifornien lehnte am Mittwoch ein Gnadengesuch des 77-Jährigen ab. Gleichzeitig teilte die Behörde mit, Manson könne erst in 15 Jahren erneut seine Begnadigung beantragen - er wäre dann 92.

Der Anführer der berüchtigten "Manson Family" hatte 1969 zusammen mit Anhängern sieben Menschen ermordet, darunter die hochschwangere Frau von Regisseur Roman Polanski, Sharon Tate. Manson sitzt dafür seit mehr als 40 Jahren in Haft.

Es ist bereits das zwölfte Mal, dass ein Gnadengesuch Mansons abgelehnt wurde. Die Tatsache, dass die Behörde den Zeitpunkt für ein mögliches neues Gnadengesuch auf das Jahr 2027 festgelegt habe zeige, dass die Beamten ihn für "ziemlich ungeeignet für eine Begnadigung" hielten, sagte ein Sprecher.

Die Manson-Bande wurde 1971 zunächst zum Tode verurteilt. Nach der Aussetzung der Todesstrafe in Kalifornien wurde ihre Strafe in lebenslänglich umgewandelt. Eine von Mansons Anhängerinnen, Leslie Van Houten, scheiterte 2010 mit ihrem 19. Gnadengesuch. Ein weiteres Mitglied der "Manson Family", Susan Atkins, starb 2009 im Gefängnis an Krebs.

Um Manson bildete sich ein bis heute andauernder Kult. Er gilt als Verkörperung des Bösen, sein Porträt findet sich immer wieder auf T-Shirts, die von Fans getragen werden. In den USA betreibt ein Mann unter dem Pseudonym Ed Gein einen Online-Shop, in dem er unter anderem ein Schreiben von Manson für 225 Dollar und ein aktuelles Foto des Mörders für 250 Dollar verkaufte.

2011 erschien unter dem Titel "Letzte Worte" eine Art Autobiografie des Verbrechers. Die israelische Journalistin Michal Welles, die Manson über fast 20 Jahre immer wieder im Corcoran State Prison in Kalifornien besucht hat, faste darin Fotos, Interviews, Gedichte und andere Texte des einstigen Folk-Musikers zusammen. Und sie gab Manson reichlich Raum, sich gegen die Anschuldigungen zu wehren, wegen derer er so lange im Gefängnis sitzt. So bestreitet in dem Buch unter anderem seine Schuld ("Die Morde habe ich niemals angeregt") und beschuldigt seinen Ankläger ("Meine Existenz, ihr habt sie gestohlen").

jbr/afp

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insgesamt 26 Beiträge
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1. kein titel
sven17 12.04.2012
Als wenn irgendein Politiker es sich leisten könnte, Manson zu begnadigen.
2.
M. Michaelis 12.04.2012
Mein Mitleid hält sich sehr in Grenzen, zumal man auch nicht den Eindruck hat, dass Manson seine Taten bereut oder wenigstens kritisch sieht.
3. ...........
janne2109 12.04.2012
das ist völlig ok, keine Begnadigung
4. Einige leisten sich eine Menge
fallbeilspiel 12.04.2012
Zitat von sven17Als wenn irgendein Politiker es sich leisten könnte, Manson zu begnadigen.
Was die USA betrifft, haben Sie glücklicherweise Recht, aber aber im Ursprungsland des Holokaust ticken die Uhren natürlich anders. Da meinen sogar die Herrschaften vom Bundesverfassungsgericht, Mördern ein Recht auf Resozialisierung einräumen zu müssen: Debatte um Hafturlaub für Schwerverbrecher: Populismus und Profilierungswahn - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,826778,00.html) Ergebnis: der Ermordete ist zwar weiterhin tot, aber der Mörder hat letztlich doch noch eine Zeitlang ein schönes Leben in Freiheit. Die Karlsruher "Oberschiedsrichter" übersehen dabei nur, dass man nicht einerseits das absolute Gewaltmonopol des Staates behaupten, andererseits aber die Ausübung dieses Gewaltmonopols durch allerlei allerlei sach- und gerechtigkeitsfremde Aspekte (Milde/Resozialisierung) einschränken kann. Andernfalls wird es künftig mehr von solchen unschönen Aufrufen zur Lynchjustiz geben wie in Emden.
5. Lebenslänglich
MM444 12.04.2012
Gut das es noch Staaten gibt in denen das Wort Lebenslänglich nicht nur max. 15 Jahre bedeutet und man auch nicht darüber nachdenkt den armen Schwerstverbrecher-Häschen zur besseren Eingliederung in die Gesellschaft nach 5 Jahren Hafturlaub zu gewähren.
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