Zeitungsbericht US-Polizisten erschossen im vergangenen Jahr 987 Menschen

Polizisten in den USA haben 2017 fast tausend Menschen erschossen. Das berichtet die "Washington Post". Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil sind Schwarze deutlich häufiger Opfer als Weiße.

Protest gegen Polizeigewalt (Chicago, Juli 2016)
DPA

Protest gegen Polizeigewalt (Chicago, Juli 2016)


Seit drei Jahren erstellt die Zeitung "Washington Post" eigene Statistiken zu tödlichen Polizeieinsätzen in den USA und wertet dafür Presseberichte, offizielle Veröffentlichungen und die sozialen Medien aus. Nun stellte sie die aktuellen Zahlen für 2017 vor: Demnach starben im vergangenen Jahr 987 Menschen durch Polizeikugeln. Dies seien 24 Todesfälle mehr als 2016. 2015 habe die Zahl bei 995 Getöteten gelegen.

Dem Bericht zufolge waren 22 Prozent der Erschossenen männliche Afroamerikaner, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung der USA nur sechs Prozent ausmacht. 19 von ihnen waren demnach unbewaffnet, als sie von der Polizei getötet wurden. Dies waren zwei mehr als 2016, aber deutlich weniger als 2015. Damals waren laut "Washington Post" 35 unbewaffnete Afroamerikaner erschossen worden.

2017 erschossen US-Polizisten dem Bericht zufolge insgesamt 68 Unbewaffnete, 17 mehr als 2016, aber 26 weniger als 2015. Das große öffentliche Bewusstsein habe dafür gesorgt, dass die Beamten bei ihren Einsätzen vorsichtiger auf unbewaffnete Personen reagierten, sagte der Polizeiexperte Chuck Wexler der "Washington Post". Laut US-Bundespolizei FBI wurden im vergangenen Jahr 46 Beamten im Dienst getötet, 20 weniger als noch 2016.

aar/AFP



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