Vergewaltigung von schwarzen Frauen 263 Jahre Haft für amerikanischen Ex-Polizisten

Als Polizist zwang der US-Amerikaner Daniel H. schwarze Frauen zu sexuellen Handlungen. Vor Gericht sagten 13 Opfer gegen ihn aus.

Verurteilt: Ex-Polizist Daniel H.
AP

Verurteilt: Ex-Polizist Daniel H.


Wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs schwarzer Frauen ist in den USA ein ehemaliger Polizist zu 263 Jahren Haft verurteilt worden. Daniel H., 29, wurde in 18 von 36 Anklagepunkten schuldig gesprochen, wie die Justizbehörden im südlichen Bundesstaat Oklahoma mitteilten. Er hatte die Taten in Oklahoma City begangen.

Sein Anwalt bezeichnete die Entscheidung laut Medienberichten als nicht überraschend. Mehrere Opfer hatten vor Gericht geschildert, wie brutal H. vorgegangen war. Dabei habe er seine Stellung als Polizist ausgenutzt. Als Opfer wählte hauptsächlich schwarze Frauen mittleren Alters.

H. verweigerte vor Gericht die Aussage. Nach dem Schuldspruch, der bereits im Dezember fiel, brach er in Tränen aus und sagte: "Ich habe es nicht getan."

Nach Überzeugung des Gerichts geschahen die Taten zwischen Dezember 2013 und Juni 2014. Im Januar 2015 wurde H. wegen der Vorwürfe aus dem Polizeidienst entlassen. Im Prozess sagten 13 Frauen gegen den Angeklagten aus.

sms/AFP/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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kobl 22.01.2016
1. Verurteilt zu langem Leben?
"263 Jahre Haft", und das ausgerechnet in US-Knästen, wo der Begriff Menschenwürde bisher weitgehend unbekannt ist und eher mit erhöhter Mortalität als mit besonderer Langlebigkeit der "inmates" zu rechnen ist - mit auf solche Weise ausgesprochenen Sanktionen macht eine Strafjustiz sich lächerlich. Getoppt wird dies nur durch die Verurteilungen zur Freiheitsstrafe im fünfstelligen Bereich (etwa bis zur nächsten Eiszeit), wie sie von spanischen Gerichten gegen die Al-Qa'ida-Attentäter von Madrid verhängt wurde. In der SAche ist nichts gegen eine im Effekt wirklich lebenslange Haftstrafe, v. a. bei besonderer Schwere der Schuld, und gegen freiheitsentziehende Maßregeln bei psychisch kranken Straftätern einzuwenden - es ist bloß der alberne und unseriöse Stil der Justiz, der mich im berichteten Fall stört.
wll 22.01.2016
2. Kein Titel
Zitat von kobl"263 Jahre Haft", und das ausgerechnet in US-Knästen, wo der Begriff Menschenwürde bisher weitgehend unbekannt ist und eher mit erhöhter Mortalität als mit besonderer Langlebigkeit der "inmates" zu rechnen ist - mit auf solche Weise ausgesprochenen Sanktionen macht eine Strafjustiz sich lächerlich. Getoppt wird dies nur durch die Verurteilungen zur Freiheitsstrafe im fünfstelligen Bereich (etwa bis zur nächsten Eiszeit), wie sie von spanischen Gerichten gegen die Al-Qa'ida-Attentäter von Madrid verhängt wurde. In der SAche ist nichts gegen eine im Effekt wirklich lebenslange Haftstrafe, v. a. bei besonderer Schwere der Schuld, und gegen freiheitsentziehende Maßregeln bei psychisch kranken Straftätern einzuwenden - es ist bloß der alberne und unseriöse Stil der Justiz, der mich im berichteten Fall stört.
Das ist beileibe nicht lächerlich, ebenso wenig wie die ebenfalls gerne mal verhängten mehrfach lebenslänglichen Haftstrafen. Der Hintergrund ist ganz einfach der, dass es in den USA häufiger mal allgemeine Strafminderungen gibt, beispielsweise beim Amtswechsel des jeweiligen Gouverneurs oder des Präsidenten. Mit diesen, auf den ersten Blick in der Tat absurd wirkenden Strafen, will man genau das erreichen, was Sie in Ihrem Kommentar angesprochen haben, nämlich eine tatsächlich lebenslange Haftstrafe.
andreas.koehler.eu 22.01.2016
3. Hm
Es kann auch sein, falls es irgendwann möglich wird 500 Jahre alt zu werden, das diese Strafe auch noch seine Wirkung erzielen kann.
wll 22.01.2016
4. Kein Titel
Warum wird eigentlich die Hautfarbe der Opfer derart in den Vordergrund gerückt? Das Gericht wird den Angeklagten ja sicher nicht wegen "Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs schwarzer Frauen" verurteilt haben, da das US-Strafrecht erfreulicherweise Delikte nicht nach Hautfarben unterscheidet. Oder wurden die Delikte etwa als Hassverbrechen gewertet und dies entsprechend im Strafmass berücksichtigt? Falls ja, sollte dies im Artikel auch zur Sprache kommen. Andernfalls wäre meiner Meinung nach eine neutralere Berichterstattung wünschenswert, da im umgekehrten Fall eine derartige Betonung der Hautfarbe mit Sicherheit unterbleiben würde bzw. - m. E. auch zu Recht - als Verstoß gegen den Pressekodex gerügt werden würde. Und jetzt bin ich gespannt, ob wieder der Löschteufel zuschlägt...
j.vantast 22.01.2016
5. Warum diese Betonung?
Warum diese Betonung auf "schwarze" Frauen? Macht es einen Unterschied ob es sich um schwarze oder weisse Frauen handelt? Wäre das Strafmass dann anders? Oder muss man das erwähnen weil es sich hier um einen Fall aus den USA handelt?
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